Schlaflosigkeit macht schmerzempfindlicher

Wer Schmerzen hat, der schläft schlecht. Andererseits macht Schlaflosigkeit schmerzempfindlicher. Schmerzen und schlechter Schlaf könnten sich, wie bei einem Teufelskreis wechselseitig verstärken. Das ergab eine Meta-Analyse von Studien der Donau-Universität Krems.

Der Zusammenhang zwischen Schlafqualität und chronischem Schmerz ist in der Forschung seit langem bekannt. Sowohl die Schlafdauer, als auch die Schlafqualität – beispielsweise Schlafunterbrechungen – beeinflussen die Schmerzintensität. Wie Studien zeigen, erhöht eine Schlafdauer unter sechs Stunden die Stärke von Schmerzen am Folgetag. Viele Studien belegen dabei eine Wechselwirkung: Chronische Schmerzen stören den Schlaf, umgekehrt erhöht geringe Schlafqualität die Wahrnehmung von Schmerzen. Unklar war bisher das Ausmaß, in dem Schlafmangel die Schmerzwahrnehmung erhöht.

 

Besserer Schlaf als Beitrag zur Linderung chronischer Schmerzen

Wie die Analyse im Detail zeigt, verändert Schlaflosigkeit sowohl das Schmerzempfinden als auch die Schmerzschwelle. Das Ergebnis legt daher nahe, dass PatientInnen mit chronischen Schmerzen, die auch unter Schlaflosigkeit leiden, von therapeutischen Maßnahmen zur Verbesserung der Schlafqualität profitieren könnten. Laut der AutorInnen sollten zukünftige Studien die klinische Bedeutung des Ergebnisses klären.
 

Über die Studie

Für die Untersuchung wurden fünf Studien mit N=190 ProbandInnen zur Analyse zwischen Untersuchungsgruppen und zehn Studien untersucht.

  • Datum 15.12.2015
  • Autor Zentrum für Psychosomatische Medizin und Supervision

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