Schnarchen und Herzschwäche – ein gefährliches Paar

Schnarcher leben gefährlich: In vielen Fällen und ohne es zu wissen, leiden zumindest 10% der österreichischen Bevölkerung an einer gefährlichen Störung: der Schlafapnoe.

Dabei wird nicht nur exzessiv geschnarcht, auch die Atemtätigkeit setzt während des Schlafes phasenweise aus. Bis zu zwei Minuten kann so ein Atemstillstand im Extremfall andauern.

Gefährliche Atemaussetzer: obstruktive und zentrale Schlafapnoe

Vereinfacht gesagt, können entweder anatomische Gegebenheiten oder ein nicht richtig funktionierender Steuerungsmechanismus des Gehirns die Ursache für eine Schlafapnoe sein.
Die weitaus häufigste Form ist die obstruktive Schlafapnoe (kurz: OSA oder OSAS für Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom), bei der es aufgrund anatomischer Gegebenheiten durch das mechanische Zusammenfallen der oberen Atemwege zu einer teilweisen oder kompletten Blockade des Atemflusses kommt. Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren dafür – rund 80% der OSA-Patienten sind übergewichtig.
Bei der sehr seltenen zentralen Schlafapnoe (kurz: CSA), die in rund 5% der Schlafapnoe-Fälle vorliegt, setzt der vom Gehirn gesteuerte Atemantrieb selbst aus – mit einer darauf folgenden Weckreaktion des Gehirns. Die Atemtätigkeit schwankt daher stark während des Schlafes.
 

Oftmals Vergesellschaftung mit anderen Erkrankungen

Jede Form der Schlafapnoe verursacht also phasenweise Sauerstoffmangel, aber auch eine Aktivierung des Nervus sympathicus, was zu einer Erhöhung des Blutdruckes, oxidativem Stress (verursacht Schädigung der Zellen) sowie Blutverdickung (Hypercoagulation) und Entzündungen in den Gefäßen (Arteriosklerose) führt. All dies kann bekannterweise zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems bis hin zum Herzinfarkt führen. Eine ganz spezielle Gruppe von Betroffenen sind Patienten mit chronischen Herzerkrankungen, speziell mit chronischer Herzinsuffizienz. Die chronische Herzschwäche ist zumindest genauso gefährlich wie schwere Krebserkrankungen, weist sie doch eine Sterblichkeit von 50 bis 80% innerhalb von fünf Jahren auf. Eine Schlafapnoe verschlechtert die Situation noch zusätzlich.
 

Therapie der Schlafapnoe

Bei Behandlung der Schlafapnoe haben sich vor allem Atemmasken durchgesetzt, die durch Herbeiführen eines Überdrucks in den Atemwegen diese während des Schlafes offenhalten. Hier gibt es beispielsweise Systeme, die einen konstanten Druck aufrecht erhalten (CPAP-Maske). Andere Geräte (APAP) passen den Luftdruck ständig an die aktuellen Erfordernisse im Schlaf an. Ein drittes System variiert den Druck nach Ein- oder Ausatemphase.

  • Datum 12.10.2016
  • Autor rban & Schenk medical media consulting | ÖGP-Jahrestagung 2016

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Winterpollen im Anflug

Augenjucken und eine tropfende Nase – in den meisten Fällen werden solche Symptome als Erkältung abgetan, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Denn was die wenigsten wissen: Auch im Winter können Pollen für Allergiebeschwerden sorgen und für Betroffene unangenehm sein.

hier weiterlesen


Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen


Entwarnung: Influenza-Welle im Abebben

Die Influenza-Welle ist deutlich im Abebben. Vergangene Woche wurden in Wien nur noch rund 8.400 Neuerkrankungen an Virus-Grippe und grippalen Infekten registriert. In der Woche davor waren es noch rund 12.600 Fälle gewesen.

hier weiterlesen


Lebenslanges Impfen: Eine notwendige Präventionsmaßnahme

Wer glaubt, dass das Thema Impfen mit Ende der Pflichtschulzeit erledigt ist, der irrt. Die aktuelle Datenlage zeigt klar, dass wir auch als Erwachsene und ganz besonders im fortgeschrittenen Alter regelmäßige Auffrischungen benötigen.

hier weiterlesen


Österreich isst und kauft zu süß

Überhöhter Zuckerkonsum führt zu Übergewicht, Diabetes und Fettleber. Der aktuelle Diskurs über die Reduktion von Zucker in Lebensmitteln und Getränken wird von der ÖDG sehr positiv gesehen, denn es gibt viel zu viele und bereits sehr junge Menschen, die gefährdet sind – besonders Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status. Leistbare, zuckerreduzierte Lebensmittel müssen für die gesamte Bevölkerung leicht zugänglich sein. Aufklärung und die Unterstützung gesünderer Alternativen sind ein Auftrag für die gesamte Gesellschaft.

hier weiterlesen