So verschnupft ist Österreich

Obwohl 2014 als schwaches Grippejahr galt, waren drei Viertel der Österreicher ein- oder mehrmals erkältet, so eine aktuelle repräsentative Umfrage, die neben der Häufigkeit von Erkältungen auch die gängigsten Vorbeugemaßnahmen und Behandlungsformen im Krankheitsfall erhoben hat.

Jeweils ein gutes Drittel der Befragten war im Jahr 2014 einmal (35,5 %) oder zwei- bis dreimal (34,5 %) erkältet, knapp 8 % waren 4-mal oder noch öfter von einer Erkältung betroffen. Jeder Fünfte war im gesamten vergangenen Jahr gar nicht erkältet, Ältere weniger als Jüngere und Tiroler sowie Oberösterreicher weniger als der Rest Österreichs.

Erkältungen werden oft als lästig empfunden und vor allem die verstopfte Nase stört das
Wohlbefinden empfindlich.


Monks, Trompetenkäfer, Helden und Sterbende Schwäne

Die Umfrageautoren identifizierten 5 Erkältungstypen, die sich in Einstellung und Verhalten unterscheiden: Während sich schnell leidende „Sterbende Schwäne“ und alles ignorierende „Helden“ mit je knapp einem Drittel Bevölkerungsanteil die Waage halten, befinden sich furchtsame „Monks“ (14,2 %), gut vorbereitete „Druiden“ (13,2 %) und donnernd niesende „Trompetenkäfer“ (12,1 %) in der Minderheit, wobei Monks eher weiblich sind und der Trompetenkäfer eine überwiegend männliche Typausprägung darstellt.

 

Unbeliebte verstopfte Nase braucht im Mittel 50 Taschentücher

Bei einer Erkältung stört die verstopfte (30,3 %) oder rinnende (20,8 %) Nase am meisten, gefolgt von Halsschmerzen (12,2 %), Husten (9,2 %) und Gliederschmerzen (9,0 %). Pro Erkältung werden im Mittel 50 Papiertaschentücher pro Erkältung verbraucht. Trompetenkäfer und Monks benötigen tendenziell etwas mehr Taschentücher als die anderen Erkältungstypen.

 

Vorbeugung durch frische Luft, Obst, Hygiene, gesunde Ernährung und Schlaf

Viel frische Luft und Aufenthalt im Freien nennt fast die Hälfte der Befragten als Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Erkältung, dahinter rangieren „viel Obst essen“, „häufiges Händewaschen“, „gesunde, ausgewogene Ernährung“, „ausreichend Schlaf“ und „regelmäßige Bewegung/Sport“. Sämtliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen tendenziell häufiger Frauen als Männer.
Eine Empfehlung zur Vorbeugung gibt Dr. Maximilian Domej, Allgemeinmediziner aus Wien: „Auf das häufige Händewaschen sollte nicht vergessen werden. Und zwar wirklich „waschen“ und nicht nur kurz „benetzen“. Bei Bedarf kann auch ein Desinfektionsmittel verwendet werden, allerdings mit Maß und Ziel, da exzessiver Einsatz die Haut austrocknen und zu Hautschäden führen kann.“

 

 

Wenn es doch passiert, fühlt sich nur ein Zehntel wirklich krank

Ganz allgemein empfindet nur ein Zehntel der Österreicher eine Erkältung als Krankheit und verhält sich auch so, knapp zwei Drittel schonen sich zwar, erledigen aber den Alltag so gut es geht und ein Viertel schränkt sich während einer Erkältung gar nicht ein.
Ein Drittel bekämpft eine Erkältung bereits bei den ersten Anzeichen mit Arzneimitteln, knapp die Hälfte greift zu Hilfsmitteln, wenn die Beschwerden nicht von selbst besser werden und jede/r
Fünfte verwendet gegen eine Erkältung für gewöhnlich überhaupt keine Arzneimittel.


Heißer Tee ist beliebtestes Hausmittel

Knapp 7 von 10 ÖsterreicherInnen greifen bei einer Erkältung zu Hausmitteln, diese sind damit die beliebteste Maßnahme. Knapp die Hälfte greift zur Hausapotheke, über ein Drittel bleibt im Bett und schläft ausreichend. Knapp 30 % gehen in die Apotheke bzw. lassen sich etwas aus der Apotheke holen und ein gutes Fünftel sucht bei einer Erkältung den Arzt auf. Frauen wenden Hausmittel häufiger an als Männer und nehmen auch eher etwas aus der Hausapotheke ein.
Heißer Tee ist bei einer Erkältung mit Abstand das beliebteste Hausmittel der Wahl (83,6 %). Mehr als die Hälfte zieht sich im Falle einer Erkältung warm an (53,1 %) bzw. isst Vitamine (52,3 %).

  • Autor Bayer Austria