Silvesterknallerei geht auf's Gehör

Morgen "steht schon das Christkind vor der Tür". Aber auch der Jahresausklang lässt nicht mehr lange auf sich warten. Und hier ist Vorsicht geboten - Experten warnen: die Silvesterknallerei ist ausgesprochen riskant.

Die Kracher stellen nicht nur eine Lärmbelästigung dar, sondern können auch bleibende Schäden am Gehör verursachen.
Messungen zeigen laut dem Experten: "Bis zu 145 Dezibel kann ein Kracher erreichen, das ist sogar lauter als ein startender Düsenjet. Ein kurzer Knall genügt, um das Gehör dauerhaft zu schädigen. Denn die Schmerzgrenze des menschlichen Ohrs liegt bei durchschnittlich 120 Dezibel." Besonders laut sind Knallkörper auf festen Untergründen, die den Schall nicht "schlucken" - wie z.B. Asphalt. Der Impulsschall eines Knalls wirkt in einer sehr kurzen Zeit von ein bis drei Millisekunden ein, wird aber im Vergleich zum Dauerlärm subjektiv sogar als harmloser empfunden.


Knall- oder Explosionstraumata können zu einer längerfristigen Hörbeeinträchtigung führen, über die HNO-Ärzte und Ambulanzen der Krankenhäuser zu Silvester zunehmend klagen. Expertenschätzungen zufolge tragen rund 1.000 Österreicher alljährlich Hörschäden von Silvester-Knallern davon. Ein typisches Symptom eines Knalltraumas ist das Gefühl, dass das Ohr verstopft ist - meist begleitet von einem akuten Hörverlust. Auch ein Tinnitus oder eine Perforation des Trommelfells (Trommelfellriss) sind möglich.


"Wenn man schlechter hört oder ein Pfeifen im Ohr feststellt, ist ein Gang zum HNO-Arzt unerlässlich - je früher, desto besser", empfahl Schinko. "Man sollte rechtzeitig vorsorgen. Das gilt vor allem für Kinderohren, die noch empfindlicher sind." Tipps, um sich zu schützen: die Nähe zu Krachern so gut wie möglich meiden und einen Gehörschutz tragen. "Am besten sind individuell angepasste Gehörschutzlösungen. Sie schützen vor gefährlichem Lärm und man sich damit trotzdem einwandfrei verständigen", sagt Schinko.

  • Datum 23.12.2015
  • Autor APA

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