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Feuerwehr aus der Apotheke

Mehr als zwei Millionen Österreicher kennen das Problem: Nach einem guten Essen beginnt der Magen unangenehm zu brennen. Oft lösen schwer verdauliche oder süße Speisen die Beschwerden aus. Auch kennen werdende Mütter diese Beschwerden nur allzu gut – speziell am Ende ihrer Schwangerschaft. Schnelle, gut verträgliche Hilfe kommt aus der Apotheke.

Sodbrennen

Liebe geht sprichwörtlich durch den Magen – und viele Speisen beziehungsweise Getränke folgen diesem Weg. Häufig führen süße, fette oder scharf gewürzte Gerichte zu einem unangenehmen Gefühl: dem Sodbrennen.

Alkohol, Nikotin und viel Kaffee lösen ähnliche Symptome aus. Um die Beschwerden besser zu verstehen, lohnt ein Blick auf unsere Verdauung: Beim Kauen zerkleinern wir die Nahrung mechanisch. Zusammen mit Speichel gelangt dieser Brei über die Speiseröhre in den Magen. Dessen Innenseite ist mit stark gefalteter Schleimhaut ausgekleidet. Unter dem Mikroskop erkennt man unter anderem Belegzellen. Sie produzieren die Magensäure, also Salzsäure. Pro Tag entstehen zwei bis drei Liter Magensaft mit einem pH-Wert von 0,8 bis 1,5. In diesem extrem aggressiven Milieu spalten sich die drei Hauptbestandteile aller Lebensmittel, nämlich Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate in kleinere Einheiten. Ein Schließmuskel verhindert, dass Magensaft nach oben wandert.

Einbahnstraße im Körper

Diese sprichwörtliche Einbahnstraße funktioniert nicht immer. Gelangt Magensäure zurück in die Speiseröhre, werden empfindliche Gewebe gereizt – spürbar als typisches Brennen. Oft kommen weitere Symptome wie ein generelles Völlegefühl, Übelkeit oder Blähungen mit hinzu. Auch kann lang anhaltende Heiserkeit von starkem Sodbrennen ausgehen. In schlimmeren Fällen entzündet sich die Speiseröhre, Ärzte sprechen von einer Ösophagitis. Sodbrennen ist besonders in der Schwangerschaft ein großes Problem – zwischen 40 und 80 Prozent aller werdenden Mütter leiden im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft darunter. Wissenschaftler machen dafür Progesteron verantwortlich. Das Hormon entspannt Muskeln, auch den unteren Schließmuskel der Speiseröhre. Zusätzlich steigt der Druck durch das ungeborene Kind von unten stark an – und die aggressive Salzsäure nimmt ihren Weg nach oben.

Schnelle Hilfe bei leichten bis mittelstarken Beschwerden

Ihr Apotheker hat mehrere Möglichkeiten, gegen unangenehmes Sodbrennen anzugehen. Es gibt spezielle Präparate, sprich Antacida, um Säure zu binden. Das aus Großmutters Küche bekannte „Natron“ wird heute nicht mehr eingesetzt. Es lindert die Beschwerden zwar kurzfristig, kurbelt aber die Bildung von Magensäure stark an – ein Teufelskreislauf. Gele mit schwer löslichem Magnesiumhydroxid, Aluminiumhydroxid, Magnesiumcarbonat oder Calciumcarbonat haben diesen Nachteil nicht. Calcium- und magnesiumhaltige Antacida eignen sich auch für schwangere Patientinnen. Sie wirken jedoch nur wenige Stunden. Magaldrat oder Hydrotalcit bieten weitere Vorteile: Sie haben eine spezielle Schichtgitterstruktur und binden nur überschüssige Salzsäure. Das Präparat bleibt als Wirkstoffreserve im Magen länger aktiv. Doch es gibt noch weitere Strategien: Alginate unterscheiden sich grundlegend von den bisher genannten Wirkstoffen. Sie bilden eine physikalische Barriere zwischen der Speiseröhre und der aggressiven Magensäure, sind aber keine Arzneistoffe im eigentlichen Sinne. Deshalb eignen sich Alginate auch für schwangere und stillende Patientinnen.

Hochwirksame Arzneistoffe bei starken Beschwerden

Sollten die genannten Arzneistoffe nicht ausreichend wirken, haben Apotheker weitere Alternativen parat. Heute gilt Omeprazol als einer der effektivsten Wirkstoffe gegen Sodbrennen. Anstatt Magensäure zu binden, schaltet der Arzneistoff eine molekulare Pumpe im Magen ab. Unser Körper produziert daraufhin kaum noch Salzsäure. Entsprechende Präparate wirken bis zu 24 Stunden lang, allerdings setzt der Effekt nicht so rasch ein wie bei Antazida. Kleinpackungen sind auch ohne Rezept erhältlich. Halten die Beschwerden jedoch länger als 14 Tage an, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Alternative Therapien

Auch die klassische Homöopathie lindert Sodbrennen und saures Aufstoßen. Einige Beispiele:
•    Tritt das saure Aufstoßen ein bis zwei Stunden nach dem Essen auf, hilft Nux vomica D12.
•    Falls Sie keine fetten Speisen vertragen, lohnt ein Versuch mit Pulsatilla D12.
•    Robinia pseudoacacia D 12 lindert Beschwerden bei saurem, scharfem Aufstoßen sowie bei übermäßiger Säurebildung.

Tipps von Ihrem Apotheker

•    Essen Sie mehrmals pro Tag kleinere Portionen.
•    Achten Sie auf leicht verdauliche Speisen.
•    Essen Sie nicht zu spät – im Idealfall sollten ein bis zwei Stunden zwischen dem Nachtmahl und dem Zubettgehen liegen
•    Verzichten Sie auf Nikotin und schränken Sie Ihren Alkoholkonsum stark ein.
•    Schlafen Sie mit etwas erhöhtem Kopf.
•    Vermeiden Sie Stress.
•    Essen Sie in Ruhe.
•    Versuchen Sie, Ihr Idealgewicht zu erreichen und nehmen Sie gegebenenfalls ab.
•    Tragen Sie keine zu enge Kleidung.
•    Achten Sie auf regelmäßige Bewegung.
 

Sodbrennen

Schnelle Hilfe bei Sodbrennen und Übersäuerung des Magens mit Produkten aus der Apotheke

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  • Datum 05.05.2014
  • Autor Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel