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Sonnenhut – Immunstimulans aus der indianische Medizin

Die Wirkung von Sonnenhut ist längst kein Geheimtipp mehr. Bei ersten Symptomen eingenommen, lässt sich damit eine beginnende Erkältung meist noch abfangen. Diese Erkenntnis stammt ursprünglich aus der indianischen Medizin, in welcher Sonnenhut zu den wichtigsten Heilpflanzen zählt.

Neuankommende Siedler lernten Sonnenhut (Echinacea purpurea und pallida) im 18. Jahrhundert von den nordamerikanischen Ureinwohnern kennen. In der indianischen Medizin wurde vor allem der Presssaft bei schlecht heilenden Wunden und Schlangenbissen verwendet. Auf der Jagd sollte das Kauen der Wurzel den Körper kräftigen, um Infekte zu vermeiden.
Es dauerte allerdings bis ins 20. Jahrhundert, bis diese wertvolle Heilpflanze schließlich den Weg in die europäische Pflanzenheilkunde fand. Mittlerweile konnten viele der bereits in der indianischen Medizin bekannten Anwendungen auch durch moderne Forschungsergebnisse belegt werden.

So wurde gezeigt, dass Polysaccharide, die sowohl in der Wurzel als auch in den oberirdischen Teilen der Pflanze zu finden sind, die Aktivität der Fresszellen des unspezifischen Immunsystems erhöhen. Auch die Zahl an Leukozyten wird erhöht und so insgesamt die immunogene Antwort verstärkt.

Wird Sonnenhut, frühzeitig eingenommen, können Erkältungen abgefangen werden bzw. diese schneller wieder abklingen. Diese Ergebnisse können auch auf bakterielle Erkrankungen der Harnwege übertragen werden. Deshalb wird von den Fachgesellschaften Sonnenhut bei häufig wiederkehrenden Infekten sowohl der Atemwege als auch der ableitenden Harnwege empfohlen. Auch Wunden heilen durch die beschriebenen Effekte schneller ab.

Da sich das Immunsystem nicht ständig stimulieren lässt, ist die Anwendung auf maximal acht Wochen begrenzt. Allerdings kann man nach einer mindestens einwöchigen Pause die Therapie wiederholen.
Nebenwirkungen sind selten. Wie bei anderen Immunstimulantien können allerdings auch bei der Anwendung von Sonnenhutpräparaten bestehende Autoimmunerkrankungen und Allergien verschlechtert werden.
 

  • Datum 15.09.2014
  • Autor Mag. pharm. Arnold Achmüller