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Sonnenschutz von innen

Für die Bildung bestimmter Vitamine etc. brauchen wir das Sonnenlicht. Der Gehalt anderer Nährstoffe im Körper wiederum nimmt durch UV-Strahlung teils deutlich ab. Neben entsprechenden Sonnenschutzmitteln zum Eincremen kann die Haut deshalb auch mit Sonnen- oder besser gesagt Hautschutzmitteln zum Einnehmen auf die Sonne vorbereitet und geschützt werden.

Darum wird man braun …

Die UVB-Strahlen dringen bis zur Keimschicht der Haut vor und bewirken dort eine Vergrößerung der Melanozyten, mit der Folge einer vermehrten Melaninbildung. Die Melanozyten synthetisieren unter dem Einfluss der Spurenelemente Eisen und Kupfer den braunen Farbstoff Melanin. So kommt es zu einer gleichmäßigen Bräunung der Haut, die aufgrund des langen Biosyntheseweges des Melanins erst nach ca. acht Tagen voll entwickelt ist.

Überlastung des antioxidativen Schutzsystems

Die UV-Strahlen und der photochemische Smog (Ozon, Photooxidantien) bewirken einen massiven Anstieg an freien Radikalen in der Haut. Untersuchungen haben gezeigt, das eine mehrstündige UV-Exposition am Meer zu einem deutlichen Anstieg des Messwertes für freie Radikale im Blut führt, der noch eine ganze Woche nach dem Sonnenbad progredient ansteigt. Das bedeutet, dass auch das antioxidative Schutzsystem im Organismus überlastet ist.

Achtung: Nährstoffabnahme!

Sowohl der Gehalt an Vitamin E als auch die Konzentration an Vitamin C in der Haut nehmen nach UV-Bestrahlung signifikant ab. Während sich der Vitamin- E-Gehalt nach mehreren Stunden wieder stabilisierte, konnte für den Vitamin-C-Gehalt selbst nach 72 Stunden noch kein Erreichen des  Basiswertes festgestellt werden. In einer Studie mit jungen Frauen wurde festgestellt, dass die ß-Carotin-Konzentration ebenfalls stark abfiel.

Der Einnahme-Zeitpunkt ist wichtig!

Wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, um Radikale, die durch UV-Strahlung entstehen, bestmöglich abzufangen. Mindestens eine Woche vor der Sonnenexposition soll mit der Einnahme
oraler Schutzpräparate begonnen und diese noch zwei weitere Wochen nach der Bestrahlung  weitergeführt werden, um die Haut optimal zu schützen.
 

Carotinoide

Carotinoide aus natürlichen Quellen wie z.B. aus Dunaliellaalgen, Paradeisern etc. enthalten neben ß-Carotin auch Lycopin, Lutein und Zeaxanthin. Kombiniertschützen die verschiedenen Carotinoide
bis zu 20 % effektiver als ß-Carotin allein. Zudem lagert sich Lutein und Zeaxanthin selektiv in der  Macula des Auges an. Sie filtern UV-Strahlen und schützen so das Auge vor Schädigungen durch freie Radikale. Durch die Einnahme von ß-Carotin erhöht sich die Eigenschutzzeit um das ca. 5-Fache, es ersetzt natürlich nicht den Schutz durch Eincremen!

Lichtdermatosen

Freie Radikale sind auch Mitauslöser der vor allem im Frühjahr auftre-tenden Lichtdermatosen. Dabei kommt es zu juckenden Knötchen und Pusteln  vor allem im Gesicht, den Oberarmen und am Dekolleté. Denn die Oxidation bewirkt eine Destabilisierung der Zellmembrane und damit eine Ausschüttung von Histaminen. Antioxidantien schützen vor einer Mehrbelastung mit freien Radikalen – auch Altersflecken kann man damit vorbeugen.

In Kombination!

Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide sind in der Lage, einer Mehrbelastung mit freien Radikalen entgegenzuwirken. Sie regenerieren und ergänzen einander, das heißt, ein optimaler Schutz ist dann erreicht, wenn möglichst viele Antioxidantien kombiniert werden. Neben ihrer Radikalfänger-Funktion sind die Vitamine C und E an der Stabilisierung der Kollagenfasern und der  Elastizitätserhaltung des Bindegewebes beteiligt und schützen so vor Hautalterung. Auch Extrakte des Farns Polypodium Leucotomos besitzen photoprotektive Eigenschaften. Die antioxidativen Schutzstoffe
stimulieren darüber hinaus alle Ebenen der Immunfunktionen. Damit wird der UV-bedingten Immunsupression, die uns empfänglicher für eindringende Krankheitserreger macht, entgegengewirkt.

  • Datum 28.04.2015
  • Autor Mag. pharm. Melanie Zechmann

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