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Pflege für die sonnenstrapazierte Haut

Für viele Menschen ist ihre Sonnenbräune Beweis für den gelungenen Urlaub und ausgedehnte Sonnenbäder tragen maßgeblich zum Feriengenuss bei. Hierfür wird manchmal sogar der Sonnenbrand nach dem Motto: „erst rot, dann braun“ in Kauf genommen.

Meist tritt er in den ersten Urlaubstagen auf, und nur wenige Urlauber sind bereit, deswegen auf weitere Sonnenbäder in den kommenden, kostbaren Tagen zu verzichten. Ist die Haut ohnehin besonders hell und sonnenbrandgefährdet oder wurden Medikamente eingenommen, die sie die außergewöhnlich lichtempfindlich reagieren lassen, treten in der lichtreichen Jahreszeit bereits im normalen, täglichen Leben häufiger Verbrennungen auf. Auch Kinder sind betroffen, da deren hauteigene Schutzmechanismen noch nicht voll ausgeprägt sind und sie sich intensiver der Sonne aussetzen. Bekannt ist, dass häufige Sonnenbrände in der Kindheit das Hautkrebsrisiko im Erwachsenenalter erhöhen. Grundsätzlich sind selbst Menschen, die nie einen akuten Sonnenbrand erlebt haben, früher oder später von den Auswirkungen der Lichtexposition betroffen. Die Haut „erinnert“ jeden Sonnenstrahl. Sonnenbrände, aber auch sehr häufige oder langanhaltende Sonnenbestrahlung, können dazu führen, dass die Erbgut-Reparatursysteme mit der Fehlerbeseitigung überlastet werden, sodass Schäden bestehen bleiben, die im Laufe des Lebens zu Hautkrebs führen können. Also ist es sinnvoll, neben der schnellen Linderung der Verbrennung auch an die Vermeidung der Spätschäden aus denen neben Krebsvorstufen auch vorzeitige Faltenbildung, Erschlaffung und Pigmentflecken hervorgehen können, zu denken.

Hilfe, es “brennt“

Durch vor allem energiereiches UVBLicht verändern sich Zellen in der äußersten Hautschicht zu so  genannten Sonnenbrandzellen. Sie werden gelockert und aufgeweicht und lassen so Strahlen in tiefere Hautschichten dringen, wodurch körpereigene Entzündungsbotenstoffe freigesetzt werden. Hierdurch erweitern sich die Blutgefäße und Rötungen werden sichtbar. Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus, die Haut spannt, schwillt an und kann sogar Blasen bilden. Schmerzhaft ist ein Sonnenbrand durch Erhitzung, für den Juckreiz sind Botenstoffe verantwortlich. Der Höhepunkt des Sonnenbrandes ist nach 24 bis 36 Stunden erreicht. Nach etwa drei Tagen klingen die Symptome wieder ab, und nach ein bis zwei Wochen heilt er aus.

Die Sonne unbedingt meiden!

Unabhängig vom Grad der Verbrennung sollte in jedem Fall für mindestens eine Woche, besser noch bis zum vollständigen Abheilen des Sonnenbrandes, jegliche weitere Sonnenbestrahlung vermieden  werden. Eincremen, auch mit hohen Schutzfaktoren, reicht in diesem Stadium nicht mehr aus. Die sich neubildende Haut ist sehr empfindlich und sollte idealerweise erst nach vier bis sechs Wochen wieder der direkten Sonne ausgesetzt werden: Also in den Schatten gehen und die betroffenen Körperstellen abdecken, da auch im Schatten durch Reflexion UV-Strahlung vorhanden ist. Dabei gilt: Je dichter und dunkler ein Stoff gewebt ist, desto mehr Strahlung absorbiert er.

Schnelles Reagieren kann Schlimmeres verhindern

Wer schnell reagiert, kann die auslösenden Botenstoffe bremsen und die Entzündung eingrenzen. Bei schweren Verbrennungen oder Blasen wirken als erste Hilfe entzündungshemmende Schmerzmittel, anschließend sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kinder sollten ohne Rücksprache mit dem Kinderarzt keine Schmerzmittel einnehmen. Bei Verbrennungen größerer Hautareale, offenen Stellen oder  Kreislaufproblemen empfiehlt es sich, die verbrannte Fläche lediglich mit einem möglichst sterilen Tuch abzudecken und grundsätzlich einen Arzt aufzusuchen.

Kühlen – aber nicht unterkühlen

Kühlen lindert den Schmerz und hemmt die Entzündung. Einige Hautärzte raten hierfür zum vorsichtigen Gebrauch von Coolpacks. Um Erfrierungen zu verhindern, wird hierbei ein Tuch zwischen Kälte und Haut gelegt. Auch kühlende Umschläge mindern die Schmerzen. Thermalwasserspray, das im Kühlschrank aufbewahrt wird, kann die Spannungsgefühle der verbrannten Haut ebenfalls lindern und wirkt zusätzlich entzündungshemmend. In jedem Fall sollten die Betroffenen viel trinken, da die Haut durch den  Sonnenbrand verstärkt Flüssigkeit verliert. Von der Verwendung von Hausmitteln wie Quark oder Buttermilch raten Hautärzte ab, da sie auf der geschwächten Haut zu Infektionen führen können.

 

Cremen, cremen, cremen!

Während des Heilungsprozesses sollte mehrere Tage lang zwei- bis dreimal täglich mit  Spezialprodukten gecremt und nach dem Abheilen des akuten Sonnenbrandes noch zwei Wochen lang mindestens einmal täglich fortgesetzt werden. Reichhaltige Pflegeprodukte auf Fettgrundlage sind bei hitzegeschädigter Haut grundsätzlich ungünstig, da sie die Entzündungsreaktion verstärken können. Schaum oder Spray sind für diesen Zweck besonders gut geeignet, da sie sich berührungsfrei verteilen lassen. Auch ein alkoholfreies Gel, das bei Hautkontakt als leichter Film auf der Haut spürbar ist, führt sofort zu einer angenehmen Kühlung. Diese Präparate enthalten hautberuhigende oder entzündungshemmende Zusätze und wirken heilungsfördernd auf die Haut. Bestimmte, aus Blaualgen gewonnene Enzyme, sollen sogar in der Lage sein, entstandene Zellschäden zu regenerieren. Idealerweise enthalten diese Pflegeprodukte weder Farb-, Duft- noch Konservierungsstoffe. Die Wirksamkeit und Sicherheit zahlreicher dermokosmetischer Präparate aus der Apotheke werden in klinischen Studien unter dermatologischer Aufsicht geprüft.

Flecken, Bläschen und Juckreiz lindern

Gerade im Frühjahr reagiert die sonnenentwöhnte Haut mancher Menschen mit einer Sonnenallergie auf die ersten intensiven Sonnenbäder. Meist ein oder zwei Tage nach dem Sonnenbad bilden sich rote Flecken, Quaddeln, Knötchen, Bläschen oder Rötungen oft verbunden mit starkem Juckreiz. In neun von zehn Fällen handelt es sich um eine polymorphe Lichtdermatose, die gut durch spezielle, hautberuhigende Lotion behandelt werden kann. Die hier enthaltenen Antioxidantien beugen freien Radikalen, einem der wichtigsten Auslöser der Sonnenallergie, vor und sollen auf diese Weise die Anfälligkeit der Haut reduzieren. Davon profitiert auch die Mallorca-Akne, die sehr ähnliche Symptome zeigt. Hier wird als Auslöser eine Wechselwirkung von UV-Strahlung und Inhaltsstoffen von Kosmetika, z.B. bestimmter Emulgatoren und Fette, vermutet. Deshalb kann es in diesem Fall hilfreich sein, sowohl bei Sonnenschutzprodukten als auch bei der Aprés-Pflege und allen übrigen Körperpflegemitteln darauf zu verzichten und auf entsprechende Spezialprodukte zurückzugreifen.

Gepflegte Bräune hält länger

Ein ausreichender Feuchtigkeitsgehalt ist ausschlaggebend für die Qualität der obersten Hautschichten, in denen das für die Bräune zuständige Melanin eingelagert ist. Da die Oberhaut sich im Abstand von etwa vier Wochen erneuert und hierbei die obersten Zellschichten abstößt, geht dabei kontinuierlich Bräune verloren. Je trockener die Haut ist, desto schneller verläuft dieser Prozess.  Deshalb kann eine leistungsfähige Feuchtigkeitspflege die Haltbarkeit der Bräune verbessern. Neuartige Wirkstoffe sind sogar in der Lage, das hauteigene Feuchtigkeitsnetzwerk bis in tiefere Schichten der Oberhaut zu optimieren. Wird die Haut zudem einmal wöchentlich sanft gepeelt, nimmt sie Pflegestoffe besser auf, und die Bräune wirkt frischer und gleichmäßiger. Eine ideale Vorbereitung auch für Selbstbräuner. Sie sehen auf vorgebräunter Haut besonders natürlich aus und können das „Verblassen“ hinauszögern.

Sichtbare Sonnenschäden mildern

Vorzeitige Hautalterung, auch Photoaging genannt, entsteht in hohem Maß durch tägliche Lichtexposition auch ohne Sonnenbrände. UVA-Strahlen, die normales Fensterglas durchdringen und auch bei bedecktem Himmel ganzjährig auf die Haut treffen, fördern die Entstehung von Bindegewebsnetz zersetzenden Enzymen. Die Folge sind vorzeitige und chronische Lichtschäden, die sich vorwiegend an exponierten Regionen wie Gesicht, Nacken und Handrücken zeigen. Dort wirkt die Haut grob, unflexibel und trocken. Elastizitätsverlust und Faltenbildung sind deutlich ausgeprägter als es dem Lebensalter entspräche und Pigmentflecken lassen den Teint unregelmäßig erschienen. Hier sind Spezifische Anti-Aging Präparate mit Wirkstoffen wie z.B. Retinaldehyd, Vitamin C, E und Coenzym Q10 zu empfehlen. Studien belegen, dass Vitamin C, die Regeneration der Bindegewebsfasern steigern und freie Radikale, die zu DNS-Mutationen führen können, in der Haut neutralisieren kann. Pflanzliche Antioxidantien wie z.B. aus Äpfeln gewonnene Flavonoide, sollen sichtbare Zeichen vorzeitiger Hautalterung mindern und werden auch zur Pigment-Regulierung eingesetzt. Neben dem leistungsfähigen Sonnenschutzprodukt während des Sonnenbades trägt eine spezielle Hautpflege danach dazu bei, dass die Bräune länger hält, die Haut gleichmäßiger pigmentiert, länger glatt und straff und vor allem gesund bleibt.

  • Autor Jutta Schöning