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Stress, Unruhe, Schlafstörungen

Unser Alltag ist geprägt von Hektik, Lärm und Leistungsdruck. Erkrankungen wie Depressionen oder das Burn-Out-Syndrom breiten sich zusehends aus. Jeder Mensch reagiert auf körperliche, besonders aber auf psychische Überbelastung verschieden. Permanenter Zeitdruck und ständiges Gehetztsein gehören heute fast zum guten Ton. Unruhe, Herzklopfen, Nervosität, Schlafstörungen, Magen- und Verdauungsbeschwerden, Angstgefühle und Schweißausbrüche sind individuelle Reaktionen des Körpers auf Stresssituationen. Sicherlich kann man nicht alle Stressfaktoren aus dem heutigen Alltag verbannen, jedoch kann man lernen, mit den Belastungen besser umzugehen und ihnen mit entsprechenden Maßnahmen zu begegnen.

Entspannung statt Anspannung

Was ist Stress?

Stress ist eine an sich nützliche Reaktion unseres Körpers, die uns in bestimmten Situationen – zum Beispiel bei Gefahr – in eine erhöhte Handlungsbereitschaft versetzt. Die Ausschüttung bestimmter Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin spielt dabei in akuten Stresssituationen eine wichtige Rolle. Als Folge erhöhen sich Blutdruck und Pulsfrequenz, die Durchblutung im Gehirn und in der Muskulatur steigt kurzfristig an. Doch Vorsicht! Wenn Stress zum Dauerphänomen wird und Erholungsphasen beziehungsweise die entsprechende körperliche Reaktion zum Abbau von Stress fehlen, wendet sich das Blatt. Vor allem das dann vermehrt ausgeschüttete Stresshormon Cortisol sowie der erhöhte Erregungszustand des Sympathikus können das psychische Wohlbefinden und die körperliche Gesundheit deutlich beeinträchtigen. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von Distress (negativem Stress), der vom biologisch erwünschten, sinnvollen Eustress (positivem Stress) abzugrenzen ist.

Innere Unruhe

Innere Unruhe bedeutet vor allem eines: Ständige Anspannung und Rastlosigkeit. Die Gedanken kreisen, selbst sonntags will sich kein Gefühl der Entspannung einstellen – die Unruhe macht uns einen Strich durch die Rechnung. Auf Dauer bleibt dies meist nicht ohne Folgen. Auf übliche Herausforderungen reagieren wir zunehmend gereizt, Fahrigkeit und Angstgefühle können hinzukommen. Typisch bei innerer Unruhe sind zudem Schlafstörungen und daraus resultierende Konzentrationsschwierigkeiten Zu den weiteren Symptomen, die als Folge von innerer Unruhe auftreten können, zählen: Ungeduld, Hast, Vermehrte Schweißproduktion, Herzklopfen, Verspannungen, Zähneknirschen. Wer zur Ruhe kommen will, muss selbst aktiv werden. Insbesondere Stressbewältigung und Bewegung sowie entspannende Rituale spielen hier eine wichtige Rolle.

Schlafstörungen

Schlaf ist für uns lebenswichtig. Denn im Schlaf können sich Körper und Geist regenerieren. Doch immer mehr Menschen leiden unter Ein- und Durchschlafstörungen. Anhaltende Probleme mit dem Schlaf führen zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Nervosität aber auch Traurigkeit und Angstgefühle können sich einstellen. Dennoch unterschätzen viele Betroffene den Krankheitswert von chronisch nicht erholsamem Schlaf. Von Einschlafstörungen spricht man, wenn die Dauer bis zum Einschlafen 30 Minuten überschreitet. Durchschlafstörungen liegen dann vor, wenn man mehr als eine halbe Stunde benötigt, um nach dem Erwachen in der Nacht wieder in den Schlaf zu finden. Die Ursachen für Schlafstörungen sind vielfältig. Stress, innere Unruhe und Ängste spielen dabei eine zentrale Rolle. Neben dem Erlernen geeigneter Entspannungstechniken gibt es weitere, hilfreiche Tipps, um den Gedanken eine andere Richtung zu geben und das ständige Grübeln, das uns am Schlafen hindert zu unterbrechen. Versuchen Sie es doch einmal mit einem Hörbuch! Auch leise, meditative Musik kann beim Einschlafen helfen.

Das Wohlbefinden wiedererlangen

Das Um und Auf sind Entspannungsphasen: Sie sollten versuchen, öfter einmal die Alltagsprobleme beiseite zu schieben. Entspannen Sie sich bei einem guten Buch oder Musik. Es gibt im Handel entsprechende "Entspannungskassetten", die Sie anhören können; weiterhin kann man beim autogenen Training geeignete Entspannungsübungen erlernen. Gehen Sie öfter ins Theater, ins Kino, planen Sie erholsame Wochenenden oder Urlaubsreisen. Sorgen Sie für Bewegung und ausreichend frische Luft. Lernen Sie, auch an sich zu denken. Jeder Mensch braucht Erholungsphasen und muss nicht immer für alle verfügbar sein.

Selbstmedikation

• Bäder: Ein warmes Vollbad mit Fichtennadel-, Melissen- oder Lavendelölzusätzen ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Erschöpfung, Unruhe und Nervosität; wirkt wohltuend, beruhigend und entspannt Körper und Geist.

• Fußbäder: Warme Fußbäder (35 °C) haben einen beruhigenden und entspannenden Effekt auf den Gesamtorganismus. Auch Fußreflexzonenmassagen können sich wohltuend auswirken. Durch die Massage bestimmter Reflexpunkte an den Füßen erreicht der Masseur durch Druck eine positive Beeinflussung der dazugehörigen inneren Organe. Ganz allgemein können Sie Ihre Füße auf ganz natürliche Weise durch Fußbäder oder häufiges Barfußgehen massieren.

• Massage: Durch Reiben, Streichen, Klopfen und Kneten des Körpers werden Durchblutung und Lymphabfluss verbessert, ganz allgemein werden Verspannungen gelöst, und durch die ätherischen Öle, die in den Massage-Ölen enthalten sind, wie Lavendel- oder Melissenöl, sowie die entstehende Wärme kommt es zu einer wohltuenden Entspannung des Körpers.

• Pflanzliche Arzneimittel: Baldrian ist ein pflanzliches Arzneimittel, das als Tee, Tinktur oder in Form von Auszügen in Fertigarzneimitteln zur Behandlung von Schlafstörungen und als Beruhigungsmittel verwendet wird. Erhältlich auch als Baldriantropfen und -dragees. Johanniskraut ist eine alte Heilpflanze und wirkt depressiven Verstimmungen positiv entgegen; muss jedoch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, um eine entsprechende Wirkung zu zeigen. Anwendung als Tropfen, Tee, Dragees. Vorsicht: Während der Behandlungszeit keine längere und intensive Sonnenbestrahlung, da die Haut durch Johanniskrautwirkstoffe licht- und sonnenempfindlich reagiert. Hopfen wirkt ebenfalls beruhigend und leicht schlaffördernd. Für die Herstellung von Medikamenten verwendet man die so genannten Hopfenzapfen, die weiblichen Blütenstände des Hopfens. Den Blättern der Melisse werden beruhigende, krampflösende, verdauungsfördernde und antivirale Eigenschaften zugeschrieben. Für medizinische Zwecke werden die Blätter der Pflanze verwendet. In Fertigpräparaten gegen Nervosität und Unruhe wird Melisse häufig mit Baldrian kombiniert. Sie kommt nicht nur bei Unruhezuständen, sondern auch bei nervösen Magen-Darm-Störungen zum Einsatz. Bei nervösen Unruhezuständen können auch Präparate mit Extrakten aus Passionsblumenkraut eingesetzt werden. Passionsblume wirkt ähnlich wie Melisse leicht beruhigend und krampflösend. Zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet man das Kraut. Passionsblume wird bei nervösen Störungen bevorzugt in Kombination mit anderen pflanzlichen Stoffen eingesetzt.

Rezeptpflichtige Psychopharmaka

Unter dem Sammelbegriff Psychopharmaka werden Wirkstoffe zusammengefasst, die seelische Zustände beeinflussen und bei psychischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Antidepressiva wirken primär stimmungsaufhellend. Darüber hinaus haben sie antriebssteigernde oder -dämpfende (innerlich beruhigende) Effekte. Ihr Arzt wird feststellen, ob und welche Psychopharmaka für Sie geeignet sind.

Ernährung

Nehmen Sie sich Zeit zum Essen, und achten Sie auf eine vitaminreiche, ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung. Vermeiden Sie wenige üppige Mahlzeiten. Rauchen und alkoholische Getränke bewirken nur eine vorübergehende, scheinbare Beruhigung. Die Nachwirkungen und Nebenwirkungen dieser sogenannten "Beruhigungsmittel" überwiegen bei weitem die vordergründigen Effekte.

Schlafen

Bei Stress, Erschöpfung und Nervosität ist ausreichender, erholsamer Schlaf unerlässlich. Im Schlaf regeneriert sich der Körper und baut neue Energien für den nächsten Tag auf. Leiden Sie bereits an Schlafstörungen sollten Sie dringend aktiv werden. Ein stressfreies Leben gibt es nicht. Wie so oft, kommt es auch beim Stress auf die Dosis an. Denn: Ängste und Unruhe, die über längere Zeit anhalten, sind kein Fall für eine Selbstdiagnose. Sie gehören in die Hände eines erfahrenen Arztes.

  • Datum 20.03.2014
  • Autor CB

Nerven & Beruhigung

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Camilla Burstein, Bakk.phil

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