Stress, lass´ nach!

Kennen Sie das auch? Ständig Aufgaben, Termine, Job und Familie: In solchen Situationen fühlt man sich schnell dauergestresst. Hält die Situation länger an, kommt es zu Nervosität, Überreiztheit, Unruhe, Angst und Schlafstörungen. Tipps aus Ihrer Apotheke helfen, um wieder Ruhe zu finden.

Wer ständig unter Strom steht, leidet oft an unerklärlichen Beschwerden. Sodbrennen,  Rückenschmerzen, Bluthochdruck, häufige Erkältungen oder Schlafstörungen sind einige Symptome. Der Stoffwechsel verändert sich, und es kann zur Mangelversorgung mit wichtigen Stoffen kommen. Wer  lange Zeit an chronischem Stress leidet, sollte zusätzlich B-Vitamine einnehmen. Davon profitieren nicht  nur Nerven, sondern auch das Immunsystem. Magnesium wirkt muskulären Verspannungen entgegen,  und Zink stärkt die körpereigene Abwehr. Besser ist natürlich, die Ursachen von Stress zu beheben.

Entspannt durch den Tag

Ruhe und Entspannung stehen an erster Stelle. Das ist leichter gesagt als getan. Doch etwas Planung  macht die Sache leichter. Setzen Sie sich realistische Ziele im Beruf, kalkulieren Sie aber auch Pausen  bewusst mit ein. Mit Bewegung gelingt es ebenfalls, Nervosität und Anspannung zu bekämpfen. Wichtig  ist, dass Sie Freude haben. Die Möglichkeiten reichen vom Waldspaziergang bis zu Joggen oder  Schwimmen. Hier kommt es weniger auf die Leistung an, sondern auf die Zeit, die Sie abseits von  Computer und Telefon verbringen. Unterschiedliche Entspannungstechniken von Meditation über Yoga  bis zur progressiven Muskelentspannung nach Jacobson sind ebenfalls einen Versuch wert. Viele Volkshochschulen bieten Kurse an.

Starke Hilfe aus der Natur

Der gewünschte Erfolg stellt sich nicht immer ein. „Was muss ich morgen alles erledigen?“, „Gibt es  wieder Ärger mit Vorgesetzten?“, „Wie wird die Schularbeit meines Sohnes laufen?“ – unser Gedankenkarussell lässt sich abends nicht einfach abschalten. Wer grübelt, findet keine Ruhe und ist  am nächsten Morgen wie gerädert. Bleibt der erholsame Schlaf aus, raten Apotheker an erster Stelle zu  pflanzlichen Präparaten. Sie führen nicht zur Abhängigkeit und erzeugen auch keinen „Hang-over“. Selbst  bei mittelfristiger Anwendung gehen von ihnen kaum Risiken aus.

Seit Jahrhunderten schwören Menschen auf Baldrian. Extrakte mit standardisiertem Wirkstoffgehalt  haben sich vor allem bei Einschlafstörungen bewährt. Achten Sie unbedingt auf die exakte Dosierung.  Zu niedrige oder zu hohe Mengen lösen mitunter paradoxe Reaktionen aus. Eine bestehende Unruhe könnte sich verstärken. Als sinnvolle Ergänzung zu Baldrian enthalten manche Präparate auch Hopfen. Extrakte der Heilpflanze normalisieren den Tag-Nacht-Rhythmus.

Melissenblätter wirken beruhigend,  schlaffördernd und angstlösend. Bei leichten Einschlafoder Durchschlafstörungen helfen Extrakte aus Passionsblume plus Baldrian. Falls Sie eher unter Angststörungen oder kreisenden Gedanken leiden,  sind Kapseln mit dem ätherischen Öl aus Lavendelblüten eine gute Wahl. Die Aminosäure L-Tryptophan  gilt als stimmungsaufhellend und beruhigend. Sie kommt zwar in einigen Lebensmitteln vor; um Effekte zu sehen, sind aber größere Mengen erforderlich. Entsprechende Präparate erhalten Sie  ohne Rezept in Ihrer Apotheke.

 

Johanniskraut zeigt eine antidepressive und entspannende Wirkung. Aus diesem Grund eignet sich das  Phytopharmakon nicht als reines Schlafmittel, sondern eher als leichtes Antidepressivum oder als entspannungsförderndes Mittel. Da zahlreiche Medikamente mit Johanniskraut wechselwirken, ist eine  detaillierte Beratung erforderlich. Auch die Anti-Baby-Pille ist betroffen. Sonnenbäder oder Besuche im  Solarium sollten Sie während der Behandlung vermeiden – das Präparat macht die Haut  lichtempfindlicher.
 

Wenn alle Stricke reißen

Führen diese Strategien nicht zum Erfolg, sollten Sie auf alle Fälle medizinischen Rat einholen. Ihr Arzt  wird sich auf die Suche nach möglichen Grunderkrankungen begeben. Findet er kein Leiden, bleiben  ihnen frei verkäufliche Arzneimittel zur kurzfristigen Anwendung. Dazu gehört z. B. das Antihistaminikum  Diphenhydramin. Es wirkt rasch, hat aber einige Nachteile. Es kann zu Überhangeffekten kommen.  Setzen Sie sich morgens an das Steuer, verlangsamt sich die Reaktionszeit. Bei älteren Menschen löst
es mitunter Verwirrtheit und Gangunsicherheit aus. Gefährliche Stürze sind eine mögliche Folge. Ihr Apotheker informiert Sie über Chancen und Risiken von Arzneistoffen.
 

Besser entspannen, ruhiger schlafen - das können Sie tun:

• Legen Sie sich nur hin, wenn Sie wirklich müde sind.
• Können Sie innerhalb von 30 bis 45 Minuten nicht einschlafen, ist es sinnvoller, aufzustehen.
• Achten Sie mittelfristig auf einen festen Zeitplan. Das heißt leider auch, am Wochenende den Wecker zu stellen und abends etwas pünktlicher ins Bett zu gehen.
• Verzichten Sie mehrere Stunden vor der Nachtruhe auf Kaffee, Tee, Cola und auf größere Mengen alkoholischer Getränke.
• Das Schlafzimmer selbst sollte dunkel und nicht zu stark beheizt sein. Frischluft ist empfehlenswert.
• Vermeiden Sie Störungen wie Fernseher oder Smartphone im Schlafzimmer.

  • Datum 24.10.2016
  • Autor Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

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