Dr. Hellmut Samonigg (Initiator
Dr. Hellmut Samonigg (Initiator "DON´T SMOKE"), OA Dr. Daniela Jahn-Kuch und Dr. Andreas Büchelhofer (Gallup Institut).

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Studie bestätigt DON’T SMOKE-Ziele

110 Tage nach ihrem Start zieht die Experten-Initiative DON’T SMOKE eine erste erfolgreiche Zwischenbilanz. Trotz der mittlerweile bestehenden Hinweise von Politikerseite zu einer Änderung der derzeitigen (Nicht)Raucher-Bestimmungen in Österreich hält die Initiative aber unverändert an ihren Forderungen fest. Bestätigung für diesen Weg bekommt die Initiative durch eine repräsentative Gallup-Umfrage.

Um die Meinung der Bevölkerung für die von der Experten-Initiative DON’T SMOKE erhobenen Forderungen an die politischen Entscheidungsträger zu kennen, führte das Österreichische Gallup-Institut Ende 2014 eine Umfrage unter 1.000 ÖsterreicherInnen durch. Die Ergebnisse stützen die Anliegen der Initiative auf eindrucksvolle Weise:

Nahezu zwei Drittel (63%) der befragten Österreicher befürworten die Einführung eines generellen Rauchverbots in der Gastronomie. Besonders hoch ist die Unterstützung dabei unter den über 50-Jährigen.

Wenig überraschend die Verteilung bei Rauchern und Nichtrauchern: Unter den Nichtrauchern liegt der Grad der Zustimmung bei 83%. Aber sogar ein Viertel der Raucher kann einem Rauchverbot etwas abgewinnen.

Zur Frage der Anhebung der Altersgrenze äußerten sich die Österreicher noch klarer: 82% der befragten Bürger meinen, dass Tabakwaren nur an über 18-Jährige verkauft werden sollen. Derzeit ist die Grenze gesetzlich mit 16 Jahren festgesetzt.

Ebenso gibt es für die Erhöhung der Tabaksteuer in der Gesamtbevölkerung eine Zustimmung von fast zwei Dritteln, um so Information und Beratung zum Rauchstopp zu finanzieren. Unter den NichtraucherInnen liegt dieser Wert sogar bei 80%. Die Mehrheit der Raucher ist allerdings vehement gegen diese Maßnahme.

Die Zahl der Raucher liegt in dieser Befragung im Übrigen sogar etwas über den gängig veröffentlichten Werten: 35% gaben sich als Raucher zu erkennen, 65% der Befragten bezeichneten sich als Nichtraucher. Frauen greifen dieser Studie nach etwas seltener zum Glimmstängel. So liegt der Anteil der weiblichen Raucherinnen bei 28%, jener der männlichen bei 41%.
„Diese Ergebnisse ermutigen uns sehr, weiterhin für einen besseren (Nicht)Raucherschutz in Österreich zu kämpfen“, sagt der Initiator der Initiative, Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie am LKH-Universitätsklinikum Graz.

Breite Unterstützung der Initiative

Über 21.000 Österreicher haben sich innerhalb von drei Monaten der Bewegung angeschlossen und die Petition unterzeichnet. 2.600 Unterstützer haben zudem einen persönlichen, aufrüttelnden, immer wieder auch berührenden Kommentar auf der Website www.dontsmoke.at abgegeben. Viele Prominente sowie Organisationen haben sich ebenfalls hinter die Initiative gestellt. Und nicht zuletzt hat Kurt Kuch seit Beginn der Initiative diese massiv unterstützt und durch seinen tragischen Tod entscheidend dazu beigetragen, Dynamik in die politische Diskussion zu bringen.

 

In Gedenken an Kurt Kuch

„Wir sind erfreut über die positiven politischen Signale und den Zuspruch, den wir von so vielen Seiten erhalten“, zeigt sich Initiator Dr. Samonigg beeindruckt. „Doch wir geben uns nicht zufrieden, solange die definitiven Schritte zur Verbesserung des Nichtraucherschutzes in Österreich nicht auch gesetzlich verankert sind. Das sind wir unserem Anliegen und auch dem verstorbenen Kurt Kuch schuldig.“
„Dazu werden wir so lange öffentlich auftreten und unbequem sein, bis sich etwas ändert.“
 

Das unterstreicht auch OA Dr. Daniela Jahn-Kuch, Schwester des verstorbenen Vorkämpfers: „Mein Bruder hat sein Leben geliebt. Er wollte nicht sterben. ‚Der Tod ist keine Option für mich‘, sagte er wiederholt. Trotz ‚schlechter Karten‘ war er bis zu seinem Ableben zuversichtlich und kämpferisch. Am 3.1.2015 hat er den Kampf gegen den Krebs endgültig verloren. Kurt hat ‚für den größten Fehler meines Lebens‘, das Rauchen, mit seinem Leben bezahlt. Dieses Schicksal wollte er anderen ersparen. Er hat nicht nur mit aller Kraft um sein eigenes Leben, sondern als Unterstützer der DON´T SMOKE- Kampagne auch für das Leben anderer gekämpft.“

  • Autor großes Foto: OeGHO/APA-Fotoservice/Hörmandinger