Gefahr: „Stummer Reflux“

Rund 1,5 Millionen Österreicher sind von der Reflux Krankheit betroffen. Denn Sodbrennen, das bekannte Alarmsignal, tritt bei rund einem Drittel aller erst gar nicht oder nur selten auf. Bei ihnen äußert sich die Erkrankung durch „atypische“ Symptome oder schreitet unerkannt voran…

"Viele wissen das leider noch nicht: Fließt die Nahrung - da genügen sehr kleine Mengen bzw. Tropfen - in Rachen, Hals und Mund zurück, kommt es zu Heiserkeit, Hustenreiz, Stimmverlust, Hals-, Zungen- und Ohrenbrennen sowie zu Zahnfleischbluten. Gelangt der Reflux in die Lunge, kann Asthma mit Hustenanfällen die Folge sein", erläutert Univ.-Prof. Dr. Martin Riegler, Chirurg am Wiener AKH und Leiter des Reflux Medical-Diagnose- und Therapiezentrums in Wien 9.

"Daher sollte man auch bei akuter Atemnot und bei Asthmapatienten mit antiallergischer Dauertherapie unbedingt auch die Reflux Erkrankung als mögliche Ursache in Betracht ziehen", empfiehlt HNO-Ärztin Univ.-Prof. Dr. Berit Schneider-Stickler. Dies gelte, so die Expertin,  vor allem dann, wenn sich die Beschwerden im HNO-Bereich trotz Therapie nicht legen.
 

Gefährlich: Reflux ohne Beschwerden

Dazu kommt: Zerstört der immer wieder auftretende Rückfluss die Nerven, wird er auch nicht mehr wahrgenommen. Prof. Riegler: "Man hat dann keine Beschwerden mehr wie Sodbrennen, saures Aufstoßen etc. Und genau das ist gefährlich!" Man wiegt sich in Sicherheit, weil man keine Symptome mehr verspürt. Menschen mit „stummem“ Reflux leben sogar besonders riskant: "In über 90% aller auf Reflux zurückgehenden Krebserkrankungen der Speiseröhre („Barrett Karzinom“) haben Patienten zuvor weder merkbares Sodbrennen, noch saures Aufstoßen", weiß Speiseröhren-Experte Martin Riegler aus seiner täglichen Praxis.
Speiseröhrenkrebs aufgrund von Reflux gilt als besonders aggressiv! In der westlichen Welt nahm diese Erkrankung in den letzten 20 Jahren um 300% zu! Tendenz: Weiterhin steigend.
 

Früherkennung hilft, den Nährboden zu entziehen

Ob Sodbrennen, Husten oder Heiserkeit - Reflux-Experten empfehlen daher, spätestens ab 40 die Speiseröhre vorsorglich untersuchen zu lassen. Ist die Schleimhaut krankhaft verändert, kann sie mit einer neuen Technik  entfernt werden, womit auch das Krebsrisiko gebannt ist. „Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Darmkrebsvorsorge: Durch die Abtragung von Krebsvorstufen entzieht man dieser Krankheit den Nährboden“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Sebastian Schoppmann vom AKH-Wien. Regelmäßige Nachkontrollen sind wie im Fall entfernter Darmpolypen wichtig, da krankhafte Veränderungen wieder kommen können.

 

  • Autor www.refluxmedical.com

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