Teddybären-Krankenhaus: Die Angst vor dem Arzt- und Spitalsbesuch nehmen

Teddybären, Puppen und andere Stoff- und Kuscheltiere im Operationssaal, beim Zahnarzt, beim Röntgen, bei der Wundversorgung oder bei der Computertomographie: Das Projekt „Teddybären-Krankenhaus“ hat das Ziel, Kindern die Angst vor dem Arztbesuch oder einem Spitalsaufenthalt zu nehmen.

Copyright MedUni Wien/Kawka

Das Projekt Teddybärenkrankenhaus findet in Kooperation zwischen der Austrian Medical Students‘ Assiociation (AMSA), der Medizinischen Universität Wien, der Ärztekammer Wien und dem akademischen Fachverein österreichischer Pharmazeuten sowie dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) statt. Die Kinder und deren Kuscheltieren werden von rund 50 Teddy-Docs – es handelt sich dabei um Studierende an der MedUni Wien – fachlich betreut. Der Ablauf der Behandlung der „verletzten“ Tiere und Puppen entspricht der Realität in einem Spital – von der Aufnahme bis zur Entlassung.

„Das Teddybärenkrankenhaus ist mittlerweile eine richtiggehende Institution unserer Universität geworden und diese Institution wird durch das hohe Engagement unsere Medizinstudierendenden getragen“, sagt Anita Rieder, Vizerektorin für Lehre der Medizinischen Universität Wien. „Die Kinder lernen dabei spielerisch und mit viel Spaß an der Sache die oft komplexen Abläufe in einem Krankenhaus kennen und können später bei einem echten Besuch im Spital auf diese positiven Erfahrungen zurückgreifen und vielem, was dort passiert, viel gelassener begegnen. Das hilft den Kindern, natürlich aber auch den Eltern und behandelnden Ärzten.“ 

„Dadurch, dass die Kinder ihren Teddy persönlich begleiten und selbst bei der Behandlung mithelfen, lernen sie, ohne selbst betroffen zu sein, was passieren kann und dass es meistens beim Arzt oder bei der Ärztin gar nicht so schlimm ist wie befürchtet“, sagen Bert Engelhardt und Silvana Neumann von der Austrian Medical Students‘ Association (AMSA). Beide leiten das Organisationsteam des Teddybärenkrankenhauses.

Die Stofftiere kommen zunächst mit ihrer „Betreuungsperson“ in den Wartesaal, werden je nach Art der Beschwerden an die jeweiligen „echten“ Stationen überwiesen, wo sie untersucht werden. Bei der Aufnahme werden die wichtigsten Daten des Kuscheltiers oder der Puppe („wie groß?“, „wie schwer?“) und die Krankengeschichte aufgenommen. Dann geht es weiter in die Diagnostik. Es gibt unter anderem ein EKG für die Herzfrequenzmessung, eine Röntgen-Station, eine Zahnklinik, eine Erste-Hilfe-Station und die Möglichkeit der Computertomographie. In den Operationssälen stehen „Ersatz-Schmusetiere“ zur Verfügung, die man aufmachen und wieder zunähen kann. Am Ende bekommen die Stofftiere einen Verband. Es gibt auch Ersatz-Kuscheltiere für jene, die ganz spontan in der Wiener Ärztekammer vorbeikommen. Die Kinder begleiten ihr Lieblingstier nicht nur, sie sind selbst auch als Assistent des behandelnden Arztes aktiv und live dabei.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)betreuten Rettungstransportwagen vor der Location in der Weihburggasse von innen zu besichtigen. Der ASB betreut im Teddybärenkrankenhaus selbst zudem die Erste-Hilfe-Station.
 


Termin: Teddybären-Krankenhaus 2015

8. Dezember 2015 (9.00-16.00 Uhr, Eintritt frei – für Kinder zwischen 4 und 8 Jahren geeignet, keine Anmeldung für Einzelpersonen nötig, Gruppenanmeldungen bitte an teddy-wien@amsa.at), Wiener Ärztekammer, Weihburggasse 10-12, 1010 Wien. Die Veranstalter bitten um das Mitbringen von Hausschuhen oder Sportschuhen.

 

  • Datum 25.11.2015
  • Autor Medizinische Universität Wien / Foto: Copyright MedUni Wien/Kawka

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