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Thymian

Thymiankraut ist eine der wichtigsten Arzneidrogen zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Keuchhusten. Er ist eine gut dokumentierte Pflanze aus der Familie der Lippenblütengewächse mit ungefähr 215 verschiedenen Arten, von der die Blätter und Blüten verwendet werden. Die Artenvielfalt ergibt sich aus der unterschiedlichen Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, die wiederum von den Wuchsbedingungen an den verschiedenen Standorten abhängig sind.

Das "Kuchlkraut"

Wenn wir vom Arzneithymian sprechen, so meinen wir Thymus vulgaris, wobei manchmal auch das Kraut des Feldthymians verwendet wird, besser bekannt als Quendel (Thymus serphyllum), welcher ähnlich wirkt wie Thymian, nur schwächer.

So wirkt Thymian!
Thymian schmeckt nicht nur gut, sondern wirkt vor allem auf die Atemwege schleimlösend und auswurffördernd; er sorgt dafür dass sich die feinen Härchen (Zilien) in der Lunge schneller bewegen und so Sekret besser abgehustet werden kann. Gleichzeitig wirkt er auch entspannend und krampflösend auf die Bronchialmuskulatur. Und das macht er sehr gut – Untersuchungen haben gezeigt, dass Thymian gleich stark wirksam ist wie Bromhexin, ein beliebtes Hustenmittel, und das sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen.

Von Sirup bis Bad…
Thymiansirup und ein so genannter Thymianfluidextrakt, welcher in Säften, Tropfen oder Pastillen entweder allein oder in Kombination mit anderen schleimlösenden Pflanzen verwendet wird,  sind sicher die beliebtesten Arzneiformen. Er ist auch beliebter Bestandteil zahlreicher Hustenteemischungen, wo er sich in Gesellschaft von Malvenblüten, Königskerze, Eibisch, Süßholz oder Anis befindet. Auch ein Thymianbad verschafft Linderung bei Erkältungskrankheiten und macht die Bronchien frei – dafür gibt es einerseits fertige Badezusätze oder man bereitet einen Thymianteeaufguss und gibt diesen ins Badewasser.

… und noch viel mehr!
Weitere Anwendungsgebiete ergeben sich hauptsächlich durch sein ätherisches Öl, das je nach Herkunft unterschiedlich zusammengesetzt und sowohl für seinen aromatischen Duft als auch für seine Heilkräfte verantwortlich ist. Es besitzt eine hohe antimikrobielle Wirkung gegen Bakterien, Viren und Pilze.
Anwendungsgebiete für das ätherische Öl reichen von Akne über Angina, Entzündungen im Mund-Rachenraum und schlechter Mundgeruch bis hin zu Ohrentzündungen, Pilzinfektionen und Virusinfektionen, um nur einige zu nennen.
Hauptverantwortlich ist dafür Thymol mit seiner hohen antiseptischen Aktivität, übrigens keine „neue“ Entdeckung: schon die alten Ägypter verwendeten Thymian zur Einbalsamierung ihrer Toten; isoliert gewonnen wurde Thymol erstmals 1725. Gewonnen wird das ätherische Thymianöl durch Wasserdampfdestillation; um 1 l Öl zu bekommen braucht man bis zu 140 kg Thymiankraut.

Thymianöl ist natürlich auch in den bereits erwähnten Tropfen oder Säften für die innerliche Anwendung enthalten, kann aber auch äußerlich angewendet werden in Form von Salben, Tinkturen und Einreibungen.

Für den Mund-Rachenraum
Weiters wird Thymian gerne zusammen mit Salbei in Form von Mundspülungen und Pinselungen bei Entzündungen und Geschwüren im Mund-Rachenraum verwendet.


Kennen Sie Opodeldok?
Ein altes Hausmittel zur Bekämpfung von Gliederschmerzen, Rheuma Hexenschuss und Weichteilentzündungen ist das Einreiben mit Opodeldok, einer seifen- und kampferhältigen Gallerte. Im Arzneibuch ist Opodeldok unter "Gallerta saponata camphorata" beschrieben: Schweineschmalz wird mit Natriumhydroxid verseift, und Campher, Ammoniak, Rosmarinöl und Thymianöl zugesetzt.
Schon der „brave Soldat Schwejk“ nutzte Opodelok zur Behandlung seines rheumatischen Knies.

Für die Verdauung
„Kuchlkraut“ nennt ihn der Volksmund, weil er in der Küche wirklich vielseitig eingesetzt werden kann: ob Fleisch- und Wildgerichte, Kartoffeln, Gemüse oder Nudelgerichte – all diesen Speisen verleiht er seine aromatische Würze, egal ob frisch oder getrocknet verwendet. Und er hilft auch bei der Verdauung all dieser Köstlichkeiten, wirkt gut gegen Blähungen, löst Krämpfe im Magen-Darmbereich und hilft bei Durchfall.

Thymiankraut zum Würzen in Maßen genossen kann unbedenklich verwendet werden, dasselbe gilt auch für die Verwendung als Tee.
 

Sehen Sie dazu einen Beitrag aus dem Apothekerkräutergarten Salzburg in Kooperation mit ORF Salzburg

Seit März 2013 betreuen die Salzburger Apothekerinnen und Apotheker jeden Dienstag den ORF-Fernsehgarten unter dem Motto "Gesund in Salzburg".

 

Jede Woche werden Heilpflanzen vorgestellt, Gesundheitsthemen rund um die Natur näher beleuchtet oder wertvolle Tipps gegeben.

Mehr dazu auch auf der Homepage der Salzburger Apothekerkammer

  • Datum 22.04.2014
  • Autor Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager

Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager

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Tipps von der Apothekerin - Radioapotheker Homöopathie, Fachberater für Darmgesundheit, Zertifizierte Nährstoffexpertin, Schüssler Salze, Erste Hilfe Lehrbeauftragte, Aromatherapie, Diabetescoach

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