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Tipp vom Apotheker: Coffein, ein zwiespältiger Muntermacher

Coffein kann in hohen Dosen eingenommen zu Herzrhythmusstörungen, Krampfzustände und Tod durch Überdosierung führen. Die Zeitschrift „Konsument“ vergleicht in der Ausgabe 5 / 2014 verschiedene Energy-Drinks hinsichtlich des Koffeingehaltes - mit erschreckenden Ergebnissen.

Coffein findet sich außer in Tee und Kaffee, in Grippe-, Migräne – und Kopfschmerzmittel in Mengen von jeweils 25 bis 100 mg pro Tablette. Zahlreiche Energy-Drinks enthalten es ebenfalls, wobei die zulässige Menge pro 100ml in der EU einheitlich auf 32 mg beschränkt wurde. Mit gutem Grund, denn Coffein kann in hohen Dosen eingenommen zu Herzrhythmusstörungen, Krampfzustände und Tod durch Überdosierung führen.

Im Internet bieten nun findige Lieferanten „100 % reines Coffein in pharmazeutischer Qualität“ in Mengen bis zu mehreren Kilogramm an und spekulieren mit dem Einsparungsgedanken gegenüber den industriell gefertigten Coffein-Tabletten oder -Drinks. Ein Teelöffel des Koffeinpulvers entspricht etwa der Menge von 25 Tassen Kaffee! Zum Vergleich eine Tasse normaler Kaffee enthält ca. 50 mg Koffein. Die Zeitschrift „Konsument“ vergleicht in der Ausgabe 5 / 2014 auf den Seiten 36 – 37 verschiedene Energy- Drinks hinsichtlich des Koffeingehaltes.

100 ml enthalten zum Beispiel

● beim Spitzenreiter Pure Cofain® 64 mg
● beim bekanntesten Vertreter dieser Gruppe Red Bull® 30 mg.

Fast alle Nachahmer orientieren sich übrigens bei ihren Getränken an dieser Koffein – Menge und nur wenige unterschreiten sie.

Tipp vom Apotheker

Beherzigen Sie die Warnungen des Konsumentenschutzes und des Gesundheitsministeriums und kaufen Sie im Internet keine Gesundheitsprodukte. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA warnt in diesem Zusammenhang vor derartigen Koffeinpulvern, die mit den üblichen Küchenutensilien nicht sicher genug zu dosieren sind – oder können Sie zu Hause 50 mg genau abwiegen?

Mindestens ein Todesfall ist in den USA durch Überdosierung von Koffein aufgetreten. Ein 18-jähriger Bursche konnte nicht mehr gerettet werden. Schon Paracelsus, der bekannteste Arzt des Mittelalters, wusste „allein die Menge macht das Gift“!

 

  • Datum 03.11.2014
  • Autor Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

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Dr. Klement ist Pharmazeut und Heilpflanzenspezialist. Ständiger Mitarbeiter bei der Österreichischen Apotheker-Zeitung ÖAZ, Kronenzeitung, Ärztekrone, Apothekerkrone. Mitarbeit bei der Apothekenfortbildung.

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