Die besten Tipps für die Erkältungszeit

Der Herbst ist da! Die Nase rinnt, der Hals kratzt, jeder hustet und schnupft – es ist Erkältungszeit. Vorbeugen ist angesagt, und wenn doch eine Erkältung im Anmarsch ist, dann bei den ersten Anzeichen was dagegen tun!

Inhalieren – alt aber gut!
Wer kennt das nicht aus seiner Kindheit – kaum zeigte man die ersten Anzeichen einer Verkühlung, musste man schon inhalieren. Dieses alte aber durchaus effektive Hausmittel ist etwas in Vergessenheit geraten – zu Unrecht, verschafft Inhalieren doch bei Problemen in den oberen Atemwegen rasch Linderung.

Reines Wasser reizt die Schleimhäute, lässt sie anschwellen und schmerzen, wesentlich effektiver sind da schon Kochsalzlösungen, die in ihrer Zusammensetzung unserem Blut sehr ähnlich und damit gut verträglich sind. Auch Teeaufgüsse aus Arzneidrogen mit ätherischem Öl wie die entzündungshemmende Kamille oder der antiseptisch und schleimlösend wirkende Thymian, Eukalyptus oder Latschenkiefer eignen sich wunderbar für eine Inhalation –  um einem Austrocknen der Schleimhäute durch die Kamille vorzubeugen, empfiehlt sich, mehrere Pflanzen abwechselnd zu verwenden. Löst man einen Klecks Brustsalbe in heißer Kochsalzlösung zum Inhalieren auf, so werden die enthaltenen ätherischen Öle wesentlich langsamer und länger freigesetzt. Reine ätherische Öle setzen ihre Inhaltsstoffe sehr rasch und auch nur kurz frei und eignen sich eher für die Duftlampe.

Auch manche Hustenlösungen eignen sich zur Inhalation. Welche Substanzen für welches Gerät letztendlich geeignet sind sollte man in der jeweiligen Gebrauchsanweisung nachlesen.
Wer die „Topf mit Wasser“-Methode bevorzugt, sollte einige Regeln für ein gefahrloses Inhalieren beachten: das Wasser darf nicht zu heiß sein, da ansonsten die Flimmerhärchen in unserer Nase beleidigt werden. Stellt man das Gefäß sicher in ein Waschbecken, so kann es nicht umkippen. Sollen Kinder inhalieren, so bitte nur unter Aufsicht und wenn ätherisches Öl verwendet wird, dann darf dieses nur tropfenweise angewendet werden, da es anderenfalls zu Hautreizungen und Augenbrennen kommen kann (diese am besten schließen). Wer unter erweiterten Äderchen oder Couperose leidet, sollte elektrische Vernebler mit speziellen Masken bevorzugen.

Erkältungsbäder mit Zusätzen wie Rosmarin, Fichtennadeln oder Wacholder bewirken ebenfalls eine Inhalation und gleichzeitig eine Aufnahme der Wirkstoffe über die Haut. Ist der Kreislauf intakt, so sollte man sich solch ein ca. 37°C warmes Bad maximal 20 Minuten lang gönnen und anschließend ruhen. Wer individuelle Mischungen aus ätherischen Ölen als Badezusatz bevorzugt, braucht als Emulgator 1-2 EL Milch, Honig  oder Schlagobers, damit sich Öle und Wasser optimal vermischen.


Wickel, „Patscherl“, Einreibungen

Ob Essigpatscherl bei Fieber, Heublumenwickel oder Wickel mit Senfmehl gegen Bronchitis, Zwiebelsäckchen beim Schnupfen – die Natur hält viele Hilfen gegen Verkühlungen parat.
Wer es etwas praktischer liebt, sollte für Einreibungen an die  gute alte Brustsalbe aus Kindheitstagen denken: Zahlreiche Fertigpräparate oder individuelle Mischungen aus der Apotheke in Form von Salben, Gelen oder Lösungen stehen zur Auswahl, die an den typischen Einreibungsstellen wie Brust, Rücken, Hals aber auch an den Fußsohlen oder dem Solarplexus (Sonnengeflecht) aufgebracht durch ihre natürlichen Inhaltstoffe am besten über Nacht ihre wohltuende Wirkung entfalten.

Aufpassen muss man bei Säuglingen, Kleinkindern, Patienten mit Asthma bronchiale oder Keuchhusten: Sie sollten zu hohe Konzentrationen bzw. Minzöle, Menthol, Eucalyptus oder Campher ganz meiden, da ansonsten die Gefahr eines Stimmritzenkrampfes droht! Passende Mischungen für Säuglinge ab dem 6. Monat sind Campher und Mentholfrei und auch für empfindliche Erwachsene bestens geeignet.
 

  • Datum 02.09.2014
  • Autor Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager

Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager

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Tipps von der Apothekerin - Radioapotheker Homöopathie, Fachberater für Darmgesundheit, Zertifizierte Nährstoffexpertin, Schüssler Salze, Erste Hilfe Lehrbeauftragte, Aromatherapie, Diabetescoach

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