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Tipps vom Apotheker

Gesunder Schlaf
 
Bekanntlich müssen alle höheren Lebewesen schlafen, damit sie leben können. Dabei sind die Schlafzyklen artspezifisch unterschiedlich. Manche Tiere wie die Bären halten einen mehrmonatigen Winterschlaf, andere ruhen während des Tages wie die Fledermäuse. Der Mensch besitzt eine innere Uhr, die überraschend auf einen 25-Stunden-Tag programmiert ist. Bei mehrtägigem Aufenthalt in absoluter Finsternis stellt sich diese Periodik tatsächlich ein. Unser normales Leben verläuft jedoch bei Tageslicht und unter dem Einfluss wiederkehrender zivilisatorischer Taktgeber, wodurch die Periodik auf die gewohnten 24 Stunden verkürzt wird. Im Schlaf ist die Muskulatur entspannt, die Atmung regelmäßig und die Körpertemperatur sinkt zwischen 2 und 5 Uhr ab – ein Zeichen der biologischen Ruhephase.

Tipp
Die Mindestschlafdauer ist altersspezifisch und erreicht 16 Stunden bei Säuglingen und zwischen 5 und 10 Stunden bei Erwachsenen, inklusive eines eventuellen Mittagsschlafes. Menschen mit einer Schlafdauer zwischen 7 und 8 Stunden haben die längste Lebenserwartung. Schlafmangel erhöht das Hypertonie-Risiko um + 60 %, das Schlaganfall-Risiko steigt um das Doppelte und jenes für einen Herzinfarkt um das 2,5-Fache! Wer länger als 24 Stunden nicht schläft, muss mit einem Aufmerksamkeitsdefizit rechnen, das einem Promille Alkohol im Blut entspricht. Richtig gefährlich wird es bei Schnarchern mit Atemaussetzern (mindestens 5 Aussetzer pro Nacht mit mehr als 10 Sekunden Pausen). Hier sind die Bettpartner aufgerufen, darauf aufmerksam zu machen. Typisch ist auch die Tagesmüdigkeit. Man spricht vom so genannten Schlaf -Apnoe -Syndrom. Die Atempausen verschlechtern die Sauerstoffversorgung und stören den Schlafrhythmus. Davon abzugrenzen sind nicht-organische Einschlafstörungen, die sich mit Baldrianwurzel, Hopfenzapfen oder Melissenblatt bessern lassen.

Weniger Allergiker unter Bauernkinder
 
Der Wohlstand in den Industrienationen müsste erwartungsgemäß dafür sorgen, dass Kinder dort im Durchschnitt gesünder sind. Bei allergischen Erkrankungen ist es jedoch genau umgekehrt, denn Kinder die unhygienisch aufwachsen, leiden viel weniger an Allergien. Man formulierte deshalb die Hypothese, dass übertriebene Hygiene die Allergieneigung fördert.
 Inzwischen wurde dies wissenschaftlich bestätigt, u.a. durch die große GABRI – Studie: Kinder auf Bauernhöfen, die Kontakt zu Schwein, Kuh und Pferd hatten, litten viel weniger an Allergien! Dabei dürfte eine Vielfalt von Einzelfaktoren entscheidend sein, also der Kontakt mit Nutztieren, mit Stroh sowie ein anhaltender Konsum von unbehandelter Milch. Im Gegensatz zu früher wird jetzt die Haltung felltragender Haustiere sogar gestattet, selbst wenn Kinder erblich vorbelastet sind.

Tipp
Nach heutiger Ansicht muss das Immunsystem trainiert werden, um Allergien zu verhindern. Neben den genannten Umweltfaktoren soll man auf das Stillen über 6 Monate Wert legen, mit einer Beikostfütterung ab dem 4. Lebensmonat. Von einer Diät zur Allergieprävention ist man total abgekommen. Eine Milbensanierung der Wohnräume wird nur mehr bei bestehender nachweislicher Milbenallergie empfohlen. Kommt es dennoch zu Alleriereaktionen wie Asthma, Heuschnupfen und atopisches Ekzem im Alter bis zu 10 Jahren, so hängt die Prognose von der Schwere der Beschwerden ab. Schlechte Prognose weisen intensive Symptome auf, und die Zahl der Allergien nimmt mit den Jahren zu. Neben der symptomatischen Bekämpfung der Symptome ist eine frühzeitige spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) anzuraten, die statt mittels Injektion auch mit Tabletten durchführbar ist und daher die Kinder nicht verschreckt.




 

  • Datum 26.03.2014
  • Autor AK

Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

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Dr. Klement ist Pharmazeut und Heilpflanzenspezialist. Ständiger Mitarbeiter bei der Österreichischen Apotheker-Zeitung ÖAZ, Kronenzeitung, Ärztekrone, Apothekerkrone. Mitarbeit bei der Apothekenfortbildung.

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