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Tipps von der Apothekerin: Rückenschmerz lass nach

Eine unachtsame Bewegung, zu lange in der Kälte oder im Luftzug gestanden, zu schwer oder falsch gehoben – Rückenschmerzen sind eines der häufigsten Probleme mit denen Kunden in die Apotheke kommen.

Sind die Ursachen ärztlich abgeklärt und spricht nichts gegen eine Selbstmedikation. 
Beschwerden an der Lendenwirbelsäule (Lumbago) sind am weitesten verbreitet – kein Wunder, entstehen sie doch meist als Reaktion auf unsere moderne Lebensweise wie falsches Sitzen und Stehen von Kindesalter an, zu langes Sitzen im Auto, in der Arbeit, vor dem Computer oder Fernseher und viel zu wenig Bewegung. Der Teufelskreis beginnt: Muskelverspannungen erzeugen Schmerzen, der Betroffene nimmt einen unnatürliche Schonhaltung ein, welche Schmerz und Verspannungen jedoch nur verstärkt und zu Untätigkeit und Bewegungsarmut verleitet.

Bewegung hilft!



Entgegen der landläufigen Meinung jedoch lindert moderate Bewegung Rückenschmerzen, anstatt sie zu verstärken. Schonende Sportarten wie Nordic Walking oder Schwimmen und lockern und trainieren die Muskulatur und sind ein perfektes Ausdauertraining. Darüber hinaus kann man überall flott Spazierengehen und ist damit leicht und jederzeit machbar.
Am besten wirkt Bewegung in Kombination mit Wärme, wobei der althergebrachte Thermophor mittlerweile starke Konkurrenz bekommen hat in Form von Wärmepflastern, die auf die Haut geklebt mehr Bewegungsfreiheit erlauben. Wärmepflaster entwickeln ihre heilsame Wirkung über mehrere Stunden und lassen sich dadurch auch gut im Berufsleben anwenden. Therapien mit Infrarot, Fango oder Moorpackungen für die Heimanwendung sind ebenfalls empfehlenswert.

Schmerzmittel im Einsatz



Wenn Schmerzmittel eingesetzt werden, dann sollten diese nur kurzfristig verwendet werden und helfen, im Alltag möglichst aktiv zu bleiben. Hier stehen zahlreiche Schmerz- und Rheumamittel zur Wahl, wo neben der Schmerzbekämpfung auch die Entzündungshemmung im Vordergrund steht. Generell gilt: So niedrig wie möglich dosieren um schmerzfrei zu werden und so kurz wie möglich verwenden. Fragen Sie dazu Ihren Apotheker!

Hilfe aus der Natur



Auch das Pflanzenreich hat einiges zu bieten: Teufelskralle, Weidenrinde, Hagebutte, Beinwell oder Katzenkralle werden seit geraumer Zeit zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Verwendet man sie in Kombination zu synthetischen Schmerzmitteln, so können diese oft in der Dosis reduziert werden, was meist auch eine Verminderung der Nebenwirkungen bedeutet. Nahrungsergänzungen mit entzündungshemmenden Omega-3- und Omega-6- Fettsäuren aus Fischöl oder Grünlippmuschelextrakt bzw. kalt gepressten Pflanzenölen sowie den Vitaminen C und E versorgen den Körper mit den notwendigen Werkzeugen, Schmerz und Entzündung zurückzudrängen.
Auch die Homöopathie kennt zahlreiche probate Mittel gegen Rückenschmerzen: von Arnica montana, dem Hauptmittel bei Verletzungen bis hin zu Rhus toxicodendron, dem Giftsumach, wenn die Beschwerden durch feuchtes, kaltes Wetter schlechter und Bewegung besser werden.

Wenn der Nerv drückt…



Häufig klagen Kunden auch über Probleme mit dem Ischiasnerv. Da Ischiasprobleme meist einen Bandscheibenvorfall als Ursache haben, muss dies zu allererst ärztlich abgeklärt werden. Ist dieser ausgeschlossen, können Muskelverspannungen, die den Sitzbeinnerv beeinträchtigen können, die Ursache sein. Einreibungen mit ätherischen Ölen wie Nadelhölzer oder Wintergrünöl wirken beim Auftragen zuerst kühl, bevor sie anschließend ihre angenehme Wärme entfalten und so rasche Schmerzlinderung bringen. Wichtig: nach der Anwendung Hände waschen nicht vergessen.

 

  • Autor Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager

Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager

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Tipps von der Apothekerin - Radioapotheker Homöopathie, Fachberater für Darmgesundheit, Zertifizierte Nährstoffexpertin, Schüssler Salze, Erste Hilfe Lehrbeauftragte, Aromatherapie, Diabetescoach

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