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Hilfe bei trockenen Augen

Zehn bis fünfzehnmal schlägt jeder Mensch pro Minute die Augen zu. Der Lidschlag verteilt die Tränenflüssigkeit gleichmäßig auf dem Auge. Der Tränenfilm reinigt von Schmutz und Krankheitserregern – die Hornhautoberfläche wird geglättet. Im Normalfall. Das „Sicca-Syndrom“, auch „Trockenes Auge“ genannt, ist eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche. Die Tränenmenge ist entweder vermindert oder die Zusammensetzung des Tränenfilms verändert.

Circa 20 Prozent der Patienten, die einen Augenarzt aufsuchen, leiden unter trockenen Augen. Meist tritt diese Erkrankung im mittleren Lebensalter auf, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Diese multifaktorielle Störung geht sowohl mit körperlichem als auch seelischem Unbehagen einher. Die Symptome umfassen: Trockenheitsgefühl der Augen, Fremdkörpergefühl, Brennen und Müdigkeit der Augen.


Vielfältige Ursachen

Die Tränenproduktion erfolgt bedarfsmäßig über das autonome Nervensystem. Die empfindliche Augenoberfläche meldet, wenn sie Tränenflüssigkeit benötigt. Viele Faktoren können diesen Prozess stören.  Grunderkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, neurologische Erkrankungen,  Autoimmunerkrankungen, rheumatische Erkrankungen und chronische Entzündungen können diese Benetzungsstörung verursachen. Mögliche Grunderkrankungen müssen vor der Behandlung stets abgeklärt werden. Erkrankungen am Auge wie Lidfehlstellungen, Bindehautentzündungen und Hornhauterkrankungen  sind ebenfalls mögliche Auslöser eines „Sicca-Syndroms“. Aber auch Medikamente können trockene Augen verursachen, wie zum Beispiel Betablocker, Antihistaminika, östrogenhaltige Präparate oder Neuroleptika.

 

Generell nimmt die Tränenproduktion im Alter ab. Auch bei zunehmender Müdigkeit sinkt die Tränenproduktion. Äußere Einflüsse wie Klimaanlagen, Abgase, Wind, Kälte, Hitze, Tabakrauch, trockene Raumluft, Kontaktlinsen, langes Lesen und Arbeiten am PC reizen die Augen ebenfalls. Nicht umsonst wird das „Trockene Auge“ im englischsprachigen Raum auch „Office Eye Syndrome“ genannt.
Verdunstet zu viel Tränenflüssigkeit und wird zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet beginnen die Augen zu brennen, zu jucken und zu kratzen. Das Lid kann nicht mehr reibungslos über das Auge gleiten. Bei fast 80 Prozent aller Patienten ist eine Störung der Fettphase (Lipidschicht)  Auslöser der Beschwerden. Bei zu starker Verdunstung des Tränenfilms steigt der Salzgehalt, was zu Entzündungen im Auge führt. In der Folge produzieren die Drüsen weniger Tränenflüssigkeit, was die Beschwerden weiter verstärkt.
Paradoxerweise kann auch ein tränendes Auge ein Anzeichen für trockene Augen sein. Wenn die stabilisierende, äußere Lipidschicht des Tränenfilms unzureichend ist, bleibt die Tränenflüssigkeit nicht am Auge haften, sondern fließt weiter. Die Sauerstoffversorgung der gefäßfreien Hornhaut ist nicht mehr gesichert. Die Blutgefäße weiten sich – das Auge wird rot. Die ungeschützte Hornhaut kann sich entzünden.


Symptome

Neben den genannten Symptomen wie Fremdkörpergefühl, Brennen, Jucken und müde Augen, können auch Lichtempfindlichkeit und verklebte Lider Ausdruck dieser Benetzungsstörung sein. Besteht der Verdacht eines „Sicca-Syndroms“, sollte zur Absicherung eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.
 

Therapie

Zunächst sollte die Ursache der Erkrankung festgestellt werden, liegt eine Allgemeinerkrankung vor, gehört diese entsprechend therapiert. Ist eine ursächliche Behandlung nicht möglich, werden meist Tränenersatzmittel verordnet. Diese „künstlichen Tränen“ werden mehrmals am Tag ins Auge getropft oder als Gel in den Bindehautsack gelegt. Diese bestehen aus einer wässrigen Phase und Quellstoffen, wie zum Beispiel Hyalauronsäure, Povidon, Polyvinylalkohol, Carbomer und Zellulosederivate. Diese Quellstoffe erhöhen die Verweildauer der Tropfen/des Gels am Auge. Ist die äußere Lipidschicht unzureichend, kann ein Liposomenspray auf die geschlossenen Augen gesprüht werden. Die Liposome „kriechen“ unter das Lid und stabilisieren die Lipidschicht.
Alle Augenzubereitungen, die Sie über längere Zeit anwenden, sollten möglichst konservierungsmittelfrei sein. Wenn das Tropfen für einen Patienten problematisch ist und das Sicca Syndrom stark ausgeprägt ist, kann der Augenarzt die Tränenkanälchen mit kleinen Silikonstöpseln verschließen, um so die Tränenmenge am Auge zu erhöhen.


Was kann ich tun?

  • Trockene Luft reizt die Augen. Sorgen Sie für ausreichend Frischluft in geschlossenen Räumen.
  • Meiden Sie verrauchte, überhitzte Räume.
  • Meiden Sie Zugluft und richten Sie Gebläse (z.B. im Auto) nie direkt auf die Augen.
  • Legen Sie beim Fernsehen, sowie beim Arbeiten am Computer, Pausen ein. Vergessen Sie nicht aufs Blinzeln, egal wie spannend der Film oder wichtig das Projekt ist! 
  • Reinigen Sie ihr Gesicht, vor allem die Lidränder, gründlich von Makeup.
     

 

Auge

Trockene Augen, Nährstoffe für die Augen, Augenbefeuchtung aus Ihrer Apotheke

  • Datum 05.05.2014
  • Autor CB

Camilla Burstein, Bakk.phil

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