Laborwerte kurz & bündig: TSH

TSH ist der wichtigste Laborwert zur Untersuchung der Schilddrüsenfunktion. Veränderungen des Wertes im Blut erlauben Rückschlüsse auf die Schilddrüsenfunktion. Bei einem abweichenden TSH-Wert müssen die Schilddrüsenhormone T3 und T4 ebenfalls untersucht werden.

Das Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) wird im Vorderlappen der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) gebildet und reguliert die Hormonproduktion sowie das Größenwachstum der Schilddrüse. Zu den Schilddrüsenhormonen zählen das Thyroxin (T4) (Vorstufe von T3) und das  Trijodthyronin (T3) – das wirksamste Schilddrüsenhormon.
TSH ist für die Untersuchung der Schilddrüsenfunktion von größter Bedeutung.


Bei Erwachsenen liegt der normale TSH-Wert im Serum etwa zwischen 0,40 und 2,5 mU/l.



Was bedeuten abweichende Werte?


Niedrige TSH-Werte sind ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), erhöhte TSH-Werte wiederum ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
Durch den TSH-Wert erhält der untersuchende Arzt wichtige Hinweise auf die Ursachen der Schilddrüsenprobleme. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Störung der Schilddrüse oder der Hypophyse handeln.

Bei der labordiagnostischen Untersuchung der Schilddrüsenfunktion ist die Bestimmung des TSH-Wertes im Blut immer der erste Schritt. Nur wenn dieser Wert erhöht oder erniedrigt ist, werden auch die Hormone T3 und T4 im Blut gemessen.
Normalwert T3: 0,9–1,8 µg/l
Normalwert T4: 55–110 µg/l



Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Die Syptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind Müdigkeit, langsamer Herzschlag, trockene Haut oder auch Verstopfung. Besonders gefährlich ist eine Schilddrüsenunterfunktion beim Neugeborenen. Da dies zu geistiger Minderentwicklung (Kretinismus) führen kann, ist die TSH-Bestimmung ein wichtiger Bestandteil des Neugeborenen-Screenings.


Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)


Eine Schilddrüsenüberfunktion, hingegen äußert sich meist in Herzrasen, Gewichtsverlust, Durchfällen, Zittern, übermäßigem Schwitzen sowie manchmal einer Schilddrüsenschwellung.
 


Achtung!

Die Einnahme von Lithium zur Behandlung von Depressionen kann den TSH-Blutspiegel deutlich ansteigen lassen.