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Update Ebola: Krankheitsfälle rückläufig

Ärzte ohne Grenzen berichtet von einem Abwärtstrend neuer Ebola-Fälle in seinen Behandlungszentren in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Dies gibt zwar Anlass zu Hoffnung, die medizinische Hilfsorganisation warnt aber davor, dass verminderte Wachsamkeit die Fortschritte im Kampf gegen die Epidemie gefährden würde.

"Dieser Rückgang ist eine Gelegenheit, die Anstrengungen nun auf die gravierenden Schwachstellen zu konzentrieren, die nach wie vor vorhanden sind" erklärt Brice de la Vingne, Leiter der Einsätze von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel. "Wir sind auf dem richtigen Weg, aber das Ende der Epidemie werden wir nur erleben, wenn signifikante Verbesserungen beim Melden neuer Fälle und beim Zurückverfolgen der Kontakte der neu Erkrankten durchgeführt werden."

Die Weltgesundheitsorganisation hat letzte Woche verkündet, dass nur etwa die Hälfte der neuen Fälle in Guinea und Liberia bei Personen aufgetreten sind, von denen man wusste, dass sie in Kontakt mit Erkrankten waren. "Ein einziger neuer Fall ist für einen neuerlichen Ausbruch der Epidemie ausreichend", so de la Vingne weiter. "Solange nicht jeder Mensch, der mit Ebola-Kranken in Kontakt war, identifiziert wurde, können wir nicht ruhig sein."

Es gibt fast keinen Informationsaustausch beim Zurückverfolgen der Kontakte zwischen den drei am meisten betroffenen Ländern. "Die Menschen überqueren häufig die Grenzen, daher ist es essentiell, dass es in jedem Land Kontrollteams gibt, die eng zusammenarbeiten, damit keine neuen Fälle in Regionen eingeschleppt werden, die als Ebola-frei angesehen werden", erklärt de la Vingne. "Dies ist ein regionales Problem, kein nationales. Es wird aber nicht entsprechend damit umgegangen."

Sierra Leone: Die Fälle sind rückläufig, Hotspots bleiben aber bestehen
In den vergangenen zwei Wochen sind die dokumentierten Ebola-Fälle in ganz Sierra Leone auf den niedrigsten Stand seit August zurückgefallen. Die Situation scheint sich in entlegenen, ländlichen Gebieten wie zum Beispiel in Kailahun, einem ehemaligen Ebola-Hotspot, wo Ärzte ohne Grenzen Ende Juni 2014 zu arbeiten begann, schneller zu bessern.
Seit 12. Dezember gibt es dort keine neuen Fälle mehr.
Trotz dieser ermutigenden Anzeichen gibt es noch ein paar Hotspots, vor allem die Hauptstadt Freetown, Western Area und den Distrikt Port Loko. Das derzeit vollste Ebola-Behandlungszentrum ist das Prince of Wales-Zentrum in Freetown mit 30 Patienten.

Guinea: Stigma und Angst nach wie vor ein Problem
Auch in Guinea ist die Zahl der Neuinfektionen drastisch zurückgegangen. Dennoch gelten 14 der 33 Präfekturen des Landes nach wie vor als "aktiv". Neue Fälle scheinen derzeit in Landesteilen aufzutreten, die bislang als ruhig galten, wie zum Beispiel Boké, Dabola und Siguri.
Die Überwachung der Fälle, Gesundheitsaufklärung und die Einbeziehung der Bevölkerung finden in Guinea noch immer in nur unzureichendem Maße statt und tragen derzeit kaum zu einer Verbesserung der Lage bei. "Gesundheitspersonal und Ebola-Überlebende werden stigmatisiert, die Menschen haben immer noch Angst davor, sich behandeln zu lassen, und Ebola-Behandlungszentren werden nach wie vor häufig mit Argwohn und Angst betrachtet", erklärt Henry Gray, Notfallkoordinator von Ärzte ohne Grenzen,.

Liberia: Öffentliche Gesundheitseinrichtungen müssen dringend ihren Betrieb wieder aufnehmen
Am stärksten sind die Ebola-Fallzahlen in Liberia zurückgegangen, wo es landesweit derzeit nur fünf bestätigte Fälle gibt. Im Ebola-Behandlungszentrum von Ärzte ohne Grenzen in Monrovia ("Elwa3") befand sich am 17. Januar zum ersten Mal seit der Eröffnung des Zentrums kein Patient in Behandlung. Aktuell werden dort zwei Patienten behandelt.
Das ohnehin schwache liberianische Gesundheitssystem ist von der Ebola-Epidemie stark in Mitleidenschaft gezogen worden.