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Sommer, Sonne, Urlaubsbräune

Wo Licht ist, ist auch Schatten – ein Sprichwort, das nur zu gut für die Sonne gilt. Sonnenstrahlung steigert die Vitalität, fördert die seelische Ausgeglichenheit, regt die Bildung von Vitamin D3 an und gilt gleichzeitig als größter Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Konsequenter Sonnenschutz muss sein!

Besonders gefährlich für unsere Haut sind die ultravioletten Strahlen (UV-Strahlen) der Sonne. Unterschieden werden die langwelligen UV-A-Strahlen und die kurzwelligen UV-B-Strahlen. UVA- Strahlung dringt in tiefere Hautschichten ein, schädigt die elastischen Fasern und löst bei zehn bis 20 %  der Bevölkerung die als „Sonnenallergie“ bekannte Lichtdermatose aus. Im Gegensatz zur UV-A-Strahlung erreicht die UV-BStrahlung nur die oberste Hautschicht, hinterlässt dort aber deutliche  Spuren. UV-B-Strahlung bewirkt, dass sich die Hornschicht der Haut verdickt und das Pigment Melanin  gebildet wird. Sie ist in erster Linie für die Bräunung der Haut und den Sonnenbrand verantwortlich.

Der richtige Lichtschutzfaktor

„Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken“, sagt Gerhard Gribl, Experte  bei Kosmetik transparent. Konsequenter Sonnenschutz muss also sein, doch welcher Lichtschutzfaktor  (LSF) ist der richtige? Wichtig ist es, seinen individuellen Hauttyp zu kennen, denn dieser ist für die Wahl  des LSF entscheidend. Der größte Teil der Österreicher hat den weit verbreiteten Hauttyp II. Das bedeutet, dass bei ihnen auf der ungeschützten Haut nach einer Eigenschutzzeit von zehn bis 20 Minuten die erste Rötung auftritt. Multipliziert man die Eigenschutzzeit mit dem angewendeten LSF, erhält  man die Zeit, die man in der Sonne verbringen kann, bis die Haut sich rötet.

UV-Index beachten

Als nächstes gilt es zu berücksichtigen, wofür man den Sonnenschutz benötigt. Wer in den  Sommerurlaub auf die Kanarischen Inseln fährt, braucht einen anderen LSF als im heimischen Garten. Hilfreich ist der so genannte UV-Index, der die Stärke der erwarteten UV-Strahlung angibt. Er kann  tagesaktuell etwa auf der Website der UV-Forschungsgruppe von der Medizinischen Universität  Innsbruck (www.uv-index. at) abgerufen werden. Als Faustregel gilt: Der verwendete LSF sollte doppelt so hoch wie der UV-Index sein. Eine Ausnahme bilden Kinder – bei ihnen muss immer ein möglichst  hoher LSF verwendet werden.

UV-A-Schutz ist auch wichtig

Wichtig zu wissen ist, dass der LSF lediglich die Schutzwirkung vor UV-BStrahlung wiedergibt. Auch  wenn die UV-A-Strahlung keinen Sonnenbrand verursacht, müssen Sonnenschutzmittel auch vor ihr  schützen. Laut EU-Empfehlung soll der UV-A-Schutz mindestens ein Drittel des UV-B-Schutzes betragen. Die meisten Hersteller folgen dieser Empfehlung und dokumentieren dies auf der Verpackung durch  einen Kreis mit der Inschrift UVA.

Was bedeutet wasserfest?

Die Bezeichnung wasserfest auf Sonnenschutzmitteln unterliegt einer EU-weiten Regelung. Ist der LSF  nach zweimal 20 Minuten Wasserkontakt noch mindestens halb so hoch wie ausgezeichnet, darf ein Produkt die Bezeichnung wasserfest tragen.

 

Dick auftragen

Der aufgedruckte LSF wird erst erreicht, wenn pro cm2 Haut zwei Milligramm Sonnenschutzmittel aufgetragen werden. Laut EU-Empfehlung benötigt man für einen Erwachsenen etwa 36 g  Sonnenschutzmittel. Die meisten Menschen tragen Sonnenschutzmittel wesentlich dünner auf, was  bedeutet, dass der tatsächliche LSF deutlich niedriger liegt, als auf der Flasche angegeben. Experten  raten deshalb, den Aufenthalt in der Sonne schon weit vor Ablauf der Schutzzeit zu beenden.

Chemisch oder physikalisch

Sonnenschutzmittel schwächen die UV-Strahlung ab und verlängern die Eigenschutzzeit der Haut.  Erreicht wird dies durch spezielle UV-Filtersubstanzen, die UV-Strahlung absorbieren (chemischer Lichtschutz) oder reflektieren (physikalischer Lichtschutz). Beide gelten heute als sicher. So wurden  chemische Filter in einer umfassenden Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bereits im Jahr 2003 als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Als physikalische Filter werden  Titandioxid und Zinkoxid in Nanogröße eingesetzt, was den großen Vorteil hat, dass Sonnencremes heute keinen Weiß-Effekt mehr haben. Obwohl Nanopartikel immer wieder kritisch betrachtet werden,  gelten auch sie inzwischen als risikolos. Im Jahr 2010 wurde die Unbedenklichkeit durch das BfR  bestätigt.

Vorsicht bei alten Mythen

Ein weit verbreiteter Mythos ist, die Haut möglichst häufig ungeschützt der Sonne auszusetzen, um die  Vitamin D3- Bildung anzuregen. Ausreichend sind aber bereits wenige Minuten. Experten empfehlen,  Gesicht und Arme zwei- bis dreimal pro Woche für die Hälfte der Eigenschutzzeit der Sonne  auszusetzen. In Zahlen bedeutet das bei Hauttyp II: fünf bis maximal zehn Minuten sonnen. Obwohl der  Irrtum weit verbreitet ist, verlängert sich die Schutzzeit nicht mit jedem Neuauftrag des  Sonnenschutzmittels. Das Nachcremen ersetzt lediglich die durch Schwitzen, Schwimmen oder  Kleidungsabrieb verlorengegangenen UV-Filter.

  • Datum 22.06.2016
  • Autor Dipl.-Ing. Carina Steyer, B.Sc.

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