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Zucker: Ein dickes Problem

Nicht nur an Weihnachten ist Zucker-Hochsaison. Beim Zuckerkonsum sind die US-Bürger kaum zu bremsen. Ein US-Mediziner spricht von "Gift".

Schon seit Wochen verführen die weihnachtlichen Kalorienbomben die US-Bürger zum Zuckerkonsum. Rotweiße, gebogene Zuckerstangen gehören an jeden Baum, dicker Zuckerguss gehört auf die Lebkuchenhäuser und extra Sugar in den traditionellen Eggnog- Eierdrink. Da möchte man Warnungen wie die des kalifornischen Pädiatrie-Professors Robert Lustig von der University of California in San Francisco lieber nicht hören. "Heute sage ich mit noch mehr Nachdruck: Zucker ist Gift."    
"Jetzt haben wir alle Fakten dazu zusammen, dass zu viel Zucker zu Fettsucht, Herzkrankheiten, Leber- und Stoffwechselproblemen führt. Zucker macht nicht nur dick, sondern auch krank", bekräftigt Lustig.    

Rund 15 bis 18 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr komme heute durch Zucker, früher seien es nur 3 bis 4 Prozent gewesen, sagt Lustig über den drastisch angestiegenen Zuckerkonsum in den USA. Für besonders gefährlich hält er die versteckten, kalorienreichen Zusätze in Getränken und Fertigprodukten, von Salatsaucen bis zum Frühstücksmüsli.    

Amerika hat ein dickes Problem

Mehr als ein Drittel der erwachsenen Bürger leiden nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC an Fettleibigkeit. Auch 13 Millionen Kinder und Teenager (rund 17 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe) sind derart stark übergewichtig. Diabetes und Herzkreislauf-Krankheiten nehmen drastisch zu. Lustig und seine Kollegen sprechen von einer öffentlichen Gesundheitskrise mit Milliardenkosten. Angefangen habe diese mit der Low-Fat-Kampagne in den 70er Jahren, als Fett als ungesunder Dickmacher verteufelt worden sei. Den Lebensmitteln wurde stattdessen Zucker zugefügt.    

 Ist die gefährliche Überzuckerung zu stoppen?

Die vielen Warnrufe in den USA finden langsam Gehör. Im November erlitt "Big Soda" in der kalifornischen Universitätsstadt Berkeley eine historische Niederlage. Durch ein Referendum machten die Wähler das progressive Berkeley zur ersten Stadt in den USA mit einer Softdrink-Steuer.    

Ab Januar nun werden Getränke mit Zuckerzusätzen besteuert. "Wir rechnen mit 1,5 Millionen Dollar Einnahmen pro Jahr", schätzt die Wahlkampf-Leiterin Sara Soka. Das Geld soll in Gesundheitsprogramme für Kinder und Jugendliche fließen.    

Für den Zucker-Kritiker Lustig und seine Mitstreiter ist Zucker ein Suchtmittel, ähnlich wie Alkohol und Tabak.

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