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Die richtige Verhütung

Welche Methode passt zu Ihnen?

Wir stellen Ihnen die bekanntesten Verhütungsmethoden übersichtlich vor.

 

Hormonelle Verhütung

Die „Pille“

Die „Pille“, das orale hormonelle Kontrazeptivum, enthält die Hormone Östrogen und Gestagen. Die erste Einnahme erfolgt am ersten Tag der Monatsblutung. Falls eine Pille vergessen wird, sollte sie innerhalb von 12 Stunden nachträglich eingenommen werden. Es gibt mehr als 50 verschiedene Antibabypillen-Präparate am Markt. Die meisten Pillenstreifen enthalten 21 Tabletten – man unterscheidet: Die Einphasenpille: Bei dieser Pillenart ist in jeder Tablette die gleiche Menge an Östrogen und Gestagen enthalten. Die Einnahme erfolgt täglich – normalerweise 21 Tage. Danach wird die Einnahme für sieben Tage unterbrochen. In dieser Zeit kommt es zu einer Blutung. Nach sieben Tagen wird mit dem nächsten Streifen begonnen. Auch während der Einnahmepause sind Sie, sofern Sie die Pille zuvor richtig eingenommen haben, geschützt. Die Zwei- und Dreiphasenpille: Diese Pillenpräparate haben für die erste und zweite Zyklushälfte eine unterschiedliche Zusammensetzung von Östrogen und Gestagen in einer Pillenpackung. Hier ist die Einnahme genau vorgeschrieben, d.h. die Pillen müssen in der richtigen Reihenfolge eingenommen werden, damit sie sicher wirken können.

Vorteile: Die Pille ist eine sehr sichere Verhütungsmethode. Sie ist einfach in der Anwendung. Sie kann Akne und Hautunreinheiten verbessern. Auch eine langjährige Einnahme hat keine Auswirkung auf die zukünftige Fruchtbarkeit.

Nachteile: Die Pille kann wie alle Medikamente Nebenwirkungen haben. Bei Durchfall oder Erbrechen kann der Wirkstoff ausgeschieden werden – der Schutz ist nicht mehr gegeben.
Für Frauen mit Thromboserisiko oder starke Raucherinnen ist die Pille nicht geeignet.
Pearl Index: Pille 0,1–0,9
 

Die „Minipille“
Die Minipille enthält im Gegensatz zur „klassischen“ Antibabypille nur das Gelbkörperhormon
Gestagen.  Es enthält das Gestagen Desogestrel, welches den Gebärmutterhalsschleim verdickt und  den Eisprung unterdrückt (ovulationshemmend).
Diese Art der Minipille ist damit so sicher wie die „herkömmliche“ Pille.
Einnahme: Die bei der Pille nötige Einnahmepause von sieben Tagen im Monat gibt es bei der Minipille nicht. Die meisten Packungen enthalten Streifen zu jeweils 28 Tabletten. Ist ein Streifen zu Ende, wird nahtlos mit dem nächsten begonnen.
Vorteile: Die Minipille ist einfach anzuwenden. Sie hat geringere Nebenwirkungen als die Antibabypille.
Sie ist besonders für Frauen geeignet, die Östrogene nicht vertragen.
Nachteile: Bei der Minipille kommt es vor allem anfangs häufig zu Zwischenblutungen.
Bei Durchfall oder Erbrechen kann der Wirkstoff der Minipille ausgeschieden werden – der Schutz ist nicht mehr gewährleistet.

Pearl-Index: Minipille mit Desogestrel 0,14-0,4,  

Die Dreimonatsspritze
Die Dreimonatsspritze enthält ein hochdosiertes, lang wirkendes Gestagen. Mit der Dreimonatsspritze wird zum einen der Eisprung verhindert, zum anderen verhindert das Gestagen eine Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut. Die Spritze wird vom Gynäkologen in den Oberarm- oder in den Gesäßmuskel
injiziert.

Vorteil: Die Dreimonatsspritze gilt als sehr sichere Verhütungsmethode und muss nur alle drei Monate verabreicht werden. Da sie vom Gynäkologen verabreicht wird, sind Anwendungsfehler nahezu ausgeschlossen.
Nachteil: Durch die Dreimonatsspritze können Monatsblutungen unregelmäßig auftreten. Nach der letzten Verabreichung dauert es bis sich der Zyklus wieder einpendelt. Die Spritze ist bei erhöhtem Osteoporose-Risiko nicht geeignet.
Pearl Index: 0,3

 

 

Das Verhütungspflaster
Das Verhütungspflaster ist ein dünnes, kleines und selbstklebendes Hautpflaster. Es ist 4,5x4,5 cm groß und wird direkt auf die Haut geklebt. Es enthält wie die Pille Östrogen und Gestagen, die
gleichmäßig über die Haut aufgenommen werden. Dadurch wird der monatliche Eisprung verhindert. Das Pflaster wird am ersten Tag der Menstruation für sieben Tage auf die Haut geklebt. Nach einer
Woche wird das Pflaster durch ein neues ersetzt. Dieser Wechsel sollte immer am selben Wochentag erfolgen. Nach drei Wochen wird eine Pause von sieben Tagen eingelegt, in der es zur Monatsblutung
kommt. Nach der pflasterfreien Woche wird wieder ein neues Pflaster aufgeklebt. Beim Wechsel des Pflasters sollte nicht die gleiche Körperstelle verwendet werden. Das Pflaster wird am besten auf den Bauch, das Gesäß, den Rücken und die Außenseite der Oberarme geklebt.
 

Vorteil: Sie müssen nur einmal wöchentlich an Verhütung denken. Erbrechen und Durchfall haben keine
Auswirkungen auf die Wirksamkeit, so wie es bei der Pille der Fall ist.
Nachteil: Das Verhütungspflaster kann wie alle Medikamente Nebenwirkungen haben. Unregelmäßige
Blutungen und Hautirritationen an den Klebestellen sind möglich.
Pearl Index: 0,9
 

 

Der Vaginalring
Der Vaginalring ist ein weicher Kunststoffring und enthält wie die Pille Östrogen und Gestagen. Die Dosierung der Hormone ist jedoch niedriger als in der Pille. Die Hormone werden durch die
Scheide aufgenommen und verhindern den monatlichen Eisprung. Der Vaginalring ist biegsam und wird von der Frau selbst in die Scheide eingeführt, dort bleibt er für drei Wochen. Anschließend wird er von der Frau selbst entfernt. Es folgt eine einwöchige Pause, in der die Monatsblutung eintritt. Nach einer
Woche setzt die Frau einen neuen Ring ein. Der Ring ist im Normalfall beim Geschlechtsverkehr nicht zu spüren, kann aber auch für maximal drei Stunden entfernt werden.
Vorteil: Muss nur einmal im Monat eingesetzt werden. Erbrechen und Durchfall haben keinen Einfluss auf die Wirksamkeit. Schwächere und kürzere Monatsblutungen möglich.
Nachteil: Die enthaltenen Hormone können Nebenwirkungen, wie verstärkten Ausfluss, hervorrufen.
Pearl Index: 0,65-0,9


Das Hormonimplantat

Das Hormonimplantat ist ein weiches, 4 cm langes und 2 mm dünnes Kunststoffstäbchen.
Es enthält Gestagen, das in kleinen Mengen an den Körper abgegeben wird. Das Hormonimplantat schützt über einen Zeitraum von drei Jahren vor einer Schwangerschaft, danach lässt die Wirksamkeit langsam nach und das Implantat muss von einem Frauenarzt entfernt werden. Es wird an der Innenseite des Oberarms eingesetzt.
Vorteile: Das Hormonimplantat ist eine sehr sichere Methode. Diese Methode eignet sich gut zur Langzeitverhütung und ist für Frauen geeignet, die kein Östrogen vertragen. Anwendungsfehler
sind ausgeschlossen.
Nachteile: Verlängerte Blutungen oder Zwischenblutungen sowie das Ausbleiben von Blutungen sind
möglich. Das Implantat darf nicht von Frauen mit einem erhöhten Thromboserisiko, schweren Lebererkrankungen oder Diabetes verwendet werden.
Pearl Index: 0,04


Die Hormonspirale
Die Hormonspirale ist ein elastischer, T-förmiger Kunststoffträger. Die Hormonspirale gibt kontinuierlich eine geringe Menge an Gestagen direkt in die Gebärmutterhöhle ab. Daher ist auch die Hormonabgabe der Spirale wesentlich geringer als bei allen anderen hormonellen Verhütungsmitteln. Die Hormonspirale wirkt, indem sie den Schleim im Gebärmutterhalskanal verdickt. Dadurch
können die Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen. Die Hormonspirale schützt fünf
Jahre vor einer Schwangerschaft.

Vorteile: Die Hormonspirale wirkt fünf Jahre lang. Blutungsstärke und -dauer nehmen meist ab. Die
Hormonabgabe ist geringer als bei den herkömmlichen hormonellen Verhütungsmitteln.
Nachteile: Durch die Hormonspirale können Schmier- und Zwischenblutungen auftreten. Selten kann
es zu Entzündungen im Beckenbereich kommen.
Pearl Index: 0,2

 


Mechanische Verhütung


Das Kondom
Das Kondom besteht aus Latexgummi und wird vor dem Geschlechtsverkehr über das erigierte Glied gerollt. Dadurch wird die  Samenflüssigkeit aufgefangen und gelangt nicht in die Scheide. Verpackte
Kondome sind circa vier bis fünf Jahre haltbar. Jedes Kondom kann nur einmal benutzt werden. Personen mit einer Latexallergie können auf Kunststoffkondome zurückgreifen.

Vorteil: Das Kondom ist nach wie vor das einzige Verhütungsmittel, das gleichzeitig vor der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten (Chlamydien, HPV-Infektionen, Syphilis, Tripper, HIV) und vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt. Das Kondom ist günstig und leicht erhältlich. Muss
nur bei Bedarf angewendet werden.

Nachteil: Sie müssen bei jedem Geschlechtsverkehr an ein Kondom denken. Die Sicherheit des Kondoms ist stark von der fehlerfreien Anwendung abhängig. Kann reißen und platzen. Für Latexallergiker ungeeignet.
Pearl Index: 2-12

 

Das Diaphragma
Das Diaphragma besteht aus einer mit Gummi kuppelartig überzogenen runden Spirale. Es ist sowohl aus Latex als auch aus Silikon erhältlich. Das Diaphragma hat einen Durchmesser zwischen 6 und 8 cm und wird individuell vom Frauenarzt angepasst. Das Diaphragma versperrt den Zugang zur Gebärmutter und verhindert so ein Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle. Dazu muss das Diaphragma vor dem Geschlechtsverkehr
in die Scheide eingeführt werden. Dort bildet es eine Trennwand. Nach dem Verkehr muss das Diaphragma noch acht bis 24 Stunden in der Scheide bleiben. Danach wird es entfernt und anschließend immer bei Bedarf eingesetzt. Das Diaphragma hält ca. ein bis zwei Jahre. Das Diaphragma sollte immer gemeinsam mit einer samenabtötenden Creme benutzt werden (siehe Chemische Verhütung).


Vorteil: Greift nicht in den Organismus ein. Muss nur bei Bedarf angewandt werden.

Nachteil: Die Anwendung ist kompliziert. Bei jedem Gebrauch sollte eine samenabtötende Creme auf
das Diaphragma aufgetragen werden. Wichtig ist auch der richtige Sitz des Diaphragmas – das erfordert Übung. Damit das Diaphragma über einen längeren Zeitraum einen zuverlässigen Schutz bietet, muss es gründlich gereinigt und gepflegt werden.

Pearl Index: 6-18

 


Chemische Verhütung


Zäpfchen/ Gel/ Creme (Spermizide)
Chemische Verhütungsmittel sind als Cremes, Gele, Schaumsprays, Tabletten, Zäpfchen oder Schaumzäpfchen erhältlich. Ob Zäpfchen oder Gel – alle chemischen Verhütungsmittel bestehen
aus einer wachs- oder gelartigen Substanz, die sich durch die Körperwärme in der Scheide auflöst. Der
Wirkstoff Nonoxynol-9 wirkt nicht nur spermienabtötend sondern auch antibakteriell. Allerdings wird dem Präparat auch nachgesagt, Hautreizungen zu verursachen. Die sanfte Alternative stellen Gele mit Wirkstoffen wie Milchsäure oder Zitronensäure dar. Diese Substanzen wirken samenbehindernd. Chemische Verhütungsmittel müssen mindestens zehn Minuten vor dem Geschlechtsver-kehr in die Scheide eingeführt werden. Einigen Präparaten liegt ein Röhrchen (Applikator) bei, um das Mittel leichter
in die Scheide einzuführen.
 

Vorteile: Greifen nicht in den Hormonhaushalt ein. Müssen nur bei Bedarf angewendet werden.
Nachteile: Geringe Zuverlässigkeit, Verwendung wird nur in Kombination mit einem Diaphragma
empfohlen. Die Wirkung der chemischen Verhütungsmittel hält nur für einen Samenerguss an. Spermizide können ein Brennen bzw. Wärmegefühl in der Scheide hervorrufen.
Pearl Index: 3-21

  • Datum 18.04.2014
  • Autor CB

Sex & Verhütung

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Camilla Burstein, Bakk.phil

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