Vitamin D für "Winter-Babies"

Vitamin D hat eine Schlüsselfunktion für die Gesundheit. Folglich erhöht ein Vitamin-D-Mangel das Krankheitsrisiko ganz erheblich - vor allem im Winter, wenn die Sonne in den nördlichen Regionen der Erde viel zu tief steht, um für die erforderliche UV-Strahlung zu sorgen. Forscher fanden nun Interessantes über "Winter-Babies" heraus.

Am 1. März 2016 wurden im LANCET Diabetes & Endocrinology Studienresultate publiziert, einer Untersuchung über die Gabe von Vitamin D (1000 IE/Tag) oder Plazebo an über 1100 Schwangere.


Vitamin D wird bei uns ebenso wie in vielen anderen Ländern im 1. Lebensjahr zur Rachitisprophylaxe an die Neugeborenen gegeben. Die Frage des Nutzens von Vitamin D für den Knochen auch schon im Embryonalstadium ist nach der Studie differenziert zu beantworten: im Gesamtkollektiv der Schwangeren mit niedrigen bis niedrigeren Ausgangsspiegeln von Vitamin D kein Effekt auf das Knochenwachstum. Bei den im Winter geborenen Kindern wurde hingegen unter Vitamin D ein höherer Ganzkörper-Mineralgehalt als in der Plazebogruppe gemessen. Die Nachbeobachtung über Jahre wird nun zeigen müssen, ob dieser günstige Effekt anhaltend ist.

Ob man in der Schwangerschaft generell Vitamin-D geben soll, ähnlich wie etwa Jodid oder auch Folsäure, wird weltweit kontrovers diskutiert. Während das britische NICE und die Pädiatrische Gesellschaft Kanadas eine Vitamin-D –Gabe empfehlen, kam die Amerikanische College für Geburtshelfer und Gynäkologen zu folgender Aussage: Es gibt nicht genügend Evidenzen für eine Empfehlung, alle Schwangeren auf ihren Vitamin-D-Status zu screenen und gegebenenfalls Vitamin D zu substituieren; Ausnahmen: Hochrisiko-Frauen wie etwa aus Südostasien, aus dem mittleren Osten, mit weitgehend bedeckender Kleidung, Schwarze oder auch Frauen mit Vitamin D-armen Kostformen, etwa Veganerinnen.

  • Datum 15.03.2016
  • Autor Helmut Schatz | Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)

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