Gewürze aus der Apotheke

Schon vor Jahrhunderten waren mühe- und gefahrenvolle Handelswege erkundet worden, um aus dem Morgenland Gewürze jeglicher Art zu holen. Diese »Aromen« waren so heiß begehrt, dass Europas Seefahrernationen im Fernen Osten untereinander Kriege austrugen, um damit die Herrschaft über den Gewürzanbau vor Ort und den Gewürzhandel zu erringen.

Zimt, Gewürz-Nelken, Pfeffer etc. wurden früher an den Höfen Europas mit Gold aufgewogen. Heute sind Gewürze aus der ganzen Welt für jedermann erhältlich und erschwinglich. Bestimmte Gewürze haben vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit Tradition. Besonders in Backwaren, Getränken, Speisen und als Raumdüfte bereichern sie die besinnlichste Zeit im Jahr. Gewürze haben aber auch positive Effekte auf unsere Gesundheit. Ganze Gewürze sind länger haltbar als gemahlene und zudem aromatischer.

Die wichtigsten Weihnachtsgewürze

Zimt wird aus der Rinde des jungen Stammes des ostasiatischen Zimtbaumes gewonnen. Es gibt mehr als 100 verschiedene Zimtbaumarten. Die wirtschaftlich wichtigsten Sorten sind Ceylonzimt und der chinesische Zimt. Je heller und dünner die Zimtrinde, desto feiner der Geschmack. Zimtöle aus der Apotheke wirken anregend, erwärmend, krampflösend und antiseptisch, sie helfen zudem bei Völlegefühl.

Die Chinesen kennen die Gewürznelken schon seit dem 3. Jhdt. v. Chr. Der Gewürznelkenbaum ist vor allem in Indonesien, Madagaskar und Sansibar beheimatet. Verwendet werden die getrockneten Blütenknospen, welche 25% ätherisches Öl enthalten. Nelkenöl, erhältlich in Ihrer Apotheke, hat eine entzündungshemmende, krampflösende und örtlich schmerzstillende Wirkung wie z.B. bei Zahnschmerzen.

Die Muskatnuss ist der Samen des immergrünen Muskatnussbaumes. Muskatnuss enthält Myristricin, Elemicin und Safrol, die in hohen Dosen (5-30g) berauschend wirken (u. a. können Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen, Euphorie, Benommenheit, Sprachstörungen Herzrasen, Magenschmerzen, Mundtrockenheit, Angstzustände, Panikattacken sowie Übelkeit und Erbrechen die Folge sein). Achten Sie vor allem bei Kindern darauf, dass sie nicht zuviel Muskat – z. B. durch Kekse – aufnehmen. In kleinen Mengen genossen, wirken die Inhaltsstoffe der Muskatnuss verdauungsfördernd und krampflösend. Muskat ist zudem Bestandteil von Curry.

Anis war ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet und wird heute weltweit im gemäßigten Klima angebaut. Hauptanbaugebiet ist Südrussland. Anis wird in der Lebensmittel- (z.B. Lebkuchengewürz, div. Backwaren) und Getränkeindustrie (Ouzo) verwendet. Anis ist ein gutes Mittel gegen Husten, hilft bei Blähungen und entkrampft Magen- und Darmwände und ist somit verdauungsfördernd. Als Sternanis werden die Früchte eines Baumes aus Südostasien bezeichnet.
Kardamom, dessen Heimatland Indien ist, ist eines der teuersten (Weihnachts-)Gewürze. Sein süßlicher Geschmack erinnert an Eukalyptus und Zitrone. Um ein optimales Aroma zu erreichen, sollte Kardamom erst kurz vor der Verarbeitung von der Schale getrennt und mit dem Mörser zerstoßen werden. Kardamom regt den Appetit an, unterstützt die Verdauung, entkrampft und wirkt leicht antibakteriell.

Achten Sie aber auf eine gute Qualität der einzelnen Gewürze aus soweit wie möglich pestizidfreiem Anbau mit einem geringen Anteil an Abfallstoffen – eben Apothekenqualität.
 

  • Datum 07.12.2016
  • Autor ÖAK

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