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Diabetes: Tipps fürs Fest

Kekse, Glühwein, Gans: Weihnachten ist die Zeit der kalorienstarken Genüsse. Mit der richtigen Planung können auch Menschen mit Diabetes das Fest in vollen Zügen genießen, betont die Diabetes Gesellschaft. Vom Einkauf über den Weihnachtsmarkt bis zum Festessen – mit diesen Tipps gelingt der Heiligabend garantiert.

Weihnachten zählt zu den wichtigsten und beliebtesten Festen des Jahres. Allerdings können die Vorbereitungen ganz schön anstrengend sein. „Hier ist Achtsamkeit gefragt, denn Stress treibt den Blutzuckerspiegel hoch“, warnt Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel. Eine Studie belegt: Erlebt ein Mensch mit Diabetes kurz vor den Mahlzeiten mentalen Stress, muss er befürchten, dass sein Körper nach der Mahlzeit deutlich länger einem erhöhten Blutzuckerspiegel ausgesetzt ist. „Betroffene sind gut beraten, früh mit den Vorbereitungen zu beginnen und immer wieder Ruheoasen einzuplanen“, so Siegel. Wer bereits beim Gedanken an überfüllte Kaufhäuser ins Schwitzen kommt, kann Geschenke online oder per Telefon bestellen und statt des Einkaufs einen Winterspaziergang machen.
 

Kalorien im Blick behalten

Nüsse, Stollen und Marzipan gehören Weihnachten für viele Menschen dazu. Auch für Menschen mit Zuckerkrankheit sind Lebkuchen & Co grundsätzlich kein Problem, sofern sie die Kalorien im Blick behalten. Eine Tabelle mit Kohlenhydrateinheiten (KHE) bietet Orientierung – so entsprechen drei Marzipankartoffeln oder zehn Gramm Lebkuchen einer KHE. Wem diese Form der Kontrolle zu aufwändig sei, der setze auf kluge Produktwahl: „Greifen Sie statt zu Hasel- oder Walnüssen zu Maronen“, rät Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland. „Sie enthalten weniger Fett, dafür wertvolle Ballaststoffe.“ Und ein mit Rosinen, Zimt, Nelken und Honig gefüllter Bratapfel schmecke zum Kaffee genauso gut wie Christstollen, enthält aber weniger Zucker. Zwar gebe es keinen wissenschaftlichen Beleg, dass Zimt eine blutzuckersenkende Wirkung entfaltet. „Er ist aber sicherlich ein bekömmliches weihnachtliches Gewürz für Menschen mit Diabetes“, so Müller-Wieland.

Glühwein in Maßen

Beim Weihnachtsmarkt lockt heißer Glühwein. „Für Menschen mit Diabetes spricht nichts dagegen, Alkohol in Maßen zu genießen“, sagt Siegel. Allerdings sollten sie den Trinkgenuss mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit begleiten. Grund: Bereits ab einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille ist die Zuckerfreisetzung aus der Leber gestört. Wein, Schnaps oder Bier senken so den Blutzuckerspiegel, die Gefahr einer Unterzuckerung droht. „Der Verzehr eines Vollkornbrotes oder einer Backkartoffel steuert dem entgegen“, erläutert Siegel. „Als Faustregel gilt: Nur so viel Alkohol zu sich nehmen, dass Blutzuckermessen und Insulinspritzen jederzeit möglich sind“, betont der DDG-Experte.

Selbst kochen

Naht Heiligabend, steht das Festessen auf dem Programm. „Wir raten dazu, selbst zu kochen“, sagt Müller-Wieland. „So behält man die Kontrolle über die Inhaltsstoffe und schützt sich vor unliebsamen Überraschungen – in einigen Fertiggerichten etwa sind große Mengen Zucker versteckt.“ Auf die Einkaufsliste gehört Karpfen oder Pute, die Gans besser liegen lassen. Und: Beim Geflügel die Haut gut einstechen, damit das Fett abfließen kann. Zurückhaltung ist bei Klößen angezeigt, sie lassen den Blutzuckerspiegel schnell nach oben schießen – 40 Gramm Kloß entsprechen einer Kohlenhydrateinheit (KHE). Krönender Abschluss des Festmenüs sollte ein Spaziergang sein. „Das entspannt und ist auch noch gut für den Blutzuckerspiegel, der auf natürliche Weise gesenkt wird“, meint Müller-Wieland. Zuletzt komme es aber auch nicht nur auf das Wie und Was an, sondern leider auch auf das Wieviel, mahnt er: „Alles in Maßen genossen ist eine Lebensregel, die auch zur Weihnachtszeit ein guter Leitfaden ist.“

Eine Weihnachts-Checkliste mit BE-Angaben finden Sie bei diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe unter:
http://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/infomaterial

  • Datum 18.12.2014
  • Autor Deutsche Diabetes Gesellschaft

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