„Cocktail“ in weißen Blutkörperchen hat regenerative Wirkung

Eine Forschungsgruppe der MedUni Wien konnte nachweisen, dass bestrahlte weiße Blutkörperchen Inhaltsstoffe freisetzen, die den Schweregrad der Schädigung nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall und bei Rückenmarksverletzungen reduzieren. Bisher war aber nicht bekannt gewesen, welche der Inhaltsstoffe exakt für diese positiven Effekte verantwortlich sind.

Die Studie wurden nun im Scientific Reports-Journal, einem Magazin der Nature Publishing Group, veröffentlicht und unter der Leitung von Ankersmit und Michael Mildner (Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien) im Rahmen der Doktorarbeit des MDPhD-Studenten und Assistenzarztes der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der MedUni Wien, Lucian Beer, durchgeführt.
 
Das zentrale Ergebnis der Studie: „Eine aufgereinigte Exosomen- bzw. Proteinfraktion ist für diese positiven Effekte zuständig“, erklärt Ankersmit. Neben diesen Proteinkomplexen sind außerdem Lipide (fettähnliche Substanzen) und andere Mikropartikel daran beteiligt. Ionisierende Strahlung führt dazu, dass dieser Cocktail vermehrt freigesetzt wird und sich auch die Qualität der Inhaltsstoffe dadurch regulieren lässt. Weiße Blutkörperchen können somit als „Bioreaktor“ für die Produktion dieser Stoffe, genannt APOSEC (ein Akronym aus „Apoptotic Secretome), fungieren. Die Gewinnung dieser Bioreaktoren ist einfach und mit dem Aufwand einer herkömmlichen Blutspende vergleichbar.

Die ForscherInnen setzen humanes virusinaktiviertes APOSEC (Blutspendezentrale Linz, Prim.
Gabriel) ein, dessen Gebrauch die österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) für die klinische Prüfung am Menschen freigegeben hat und das dem von der AGES zugelassenen Prüfprodukt sehr ähnlich ist. Im Großtiermodell (in Kooperation mit Mariann Gyöngyösi von der Kardiologie der MedUni Wien) wurde gezeigt, dass Herzinfarktschäden signifikant verringert werden können. Ankersmit: „Diese positiven Ergebnisse wecken für die geplanten Studien in der Haut und bei Herzindikation beim Menschen berechtigte Hoffnungen.“
 

  • Datum 14.12.2015
  • Autor Medizinische Universität Wien

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Laborwerte kur & bündig: Eisen

Eisen zählt zu den Spurenelementen. Es ist an vielen Prozessen im menschlichen Organismus beteiligt.

hier weiterlesen


Laborwerte kurz & bündig: Histamin

Histamin wird im Darm gebildet und zusätzlich über viele Lebensmittel durch die Nahrung zugeführt.

hier weiterlesen


Laborwerte: Testosteron

Testosteron ist das männliche Sexualhormon, das vor allem in den Hoden, zu einem geringen Teil auch in den Nebennieren gebildet wird. Testosteron ist nicht nur für die Sexualität wichtig – es erfüllt zahlreiche Aufgaben. Es kommt bei beiden Geschlechtern vor, bei Frauen allerdings in deutlich geringerer Konzentration.

hier weiterlesen


Laborwerte kurz & bündig: Erythrozyten

Erythrozyten sind scheibchenförmige, in der Mitte leicht eingedellte Zellen. Diese roten Blutkörperchen werden im Knochenmark gebildet und bestehen zu 90 Prozent aus dem Blutfarbstoff Hämoglobin (siehe Lexikon).

hier weiterlesen


Laborwerte kurz & bündig: Phosphat

Phosphor kommt im Körper überwiegend in Form von Verbindungen - als Phosphat - vor. Bis zu 80 % davon sind in Knochen und Zähnen gebunden, der Rest findet sich im Inneren aller Körperzellen.

hier weiterlesen


Laborwerte: Kreatinin

Kreatinin entsteht im Muskel durch Abbau von Kreatin und Kreatininphosphat. Die Kreatininmenge ist daher abhängig von der Muskelmasse. Kreatinin wird fast vollständig über die Nieren ausgeschieden und ist ein wichtiger Labormesswert für die Nierenfunktion.

hier weiterlesen