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Heilpflanzen: Weißdorn

Seit nun mehr als 150 Jahren wissen wir um die positiven Effekte des Weißdorns auf das altersschwache Herz. In großangelegten Untersuchungen wurde der Nutzen der Pflanze bei Herzschwäche auch wissenschaftlich belegt.

Die herzstärkende Wirkung von Weißdorn (Crataegus monogyna und laevigata) wurde erstmals in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom irischen Arzt Green beschrieben. Mit großen Erfolgen setzte er Weißdorn bei Herzerkrankungen ein. In den letzten Jahrzehnten wurde die Heilpflanze ausgiebig wissenschaftlich untersucht und in Zuge dessen konnten eine Reihe positiver Effekte auf das Herz festgestellt werden.

Wesentlich für diese positiven Wirkungen der Weißdornblüten und Blätter sind vor allem die so genannten Procyanidine und Flavonoide mit Hyperosid und Rutin. Dabei wird die Herzleistung gleich auf mehrfache Weise beeinflusst. Weißdorn bewirkt eine Verstärkung der Kontraktionskraft des  Herzmuskels, eine bessere Durchblutung der Herzarterien und beeinflusst den Herzrhythmus, indem es die Überleitungszeit zu Gunsten der Erholungsphase des Herzmuskels verändert. Deshalb zählt Weißdorn heute zu den unterstützenden Heilmitteln des typischen Altersherzes und leichter Herzschwäche. Dies konnte auch in Studien mit mehreren Tausend Patienten bestätigt werden. Ein weiterer positiver Effekt von Weißdorn ist die bei höherer Dosierung verbesserte Fließeigenschaft der Blutkörperchen.

Die Tagesdosierung von Weißdorn liegt bei 3 bis 4 Tassen Tee mit jeweils 1,5 g der getrockneten Blätter und Blüten. Allerdings wird der Tee im Vergleich zum wässrig-alkoholischen Extrakt von den Fachgesellschaften als weniger wirksam eingestuft. Deshalb sollte zur unterstützenden Behandlung von Herzschwäche täglich mindestens 160mg des wässrig- alkoholischen Extraktes mit einem Mindestgehalt an 4 mg Flavonoiden und 30 mg Procyanidinen aufgenommen werden. In ihrer Apotheke finden sie hierzu eine Vielzahl an Präparaten in flüssiger und fester Form. Weißdornpräparate gelten allgemein als sehr gut verträglich, sollten aber erst nach ärztlicher Abklärung der Erkrankung unterstützend eingenommen werden.

  • Datum 10.03.2015
  • Autor Mag. pharm. Arnold Achmüller