Übeltäter Sonne: Heller Hautkrebs

Wer viel draußen arbeitet, hat durch die UV-Strahlung ein höheres Hautkrebs-Risiko. Prävention und Früherkennung sind wichtig: Wird heller Hautkrebs in Vorstufen erkannt, ist er heilbar.

Braungescheckte Flecken im Gesicht, Hautpartien mit rauen Stellen oder kleine Knötchen sind verräterisch. Dahinter kann sich heller Hautkrebs verbergen, ausgelöst durch zu viel Sonnenlicht mit seiner starken UV-Strahlung.

Doch nicht nur sonnenhungrige Urlauber, die Schutzcremes und Hütchen verschmähen, haben ein Risiko, später die Quittung für den schicken braunen Teint zu erhalten. Ungewollt sind es oft auch Menschen, die viel im Freien arbeiten: Vom Bauarbeiter, Dachdecker und Landwirt bis hin zum Briefträger, Bademeister oder Skilehrer. Ab Januar ändert sich für sie viel. Eine Art des hellen Hautkrebs soll in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt werden.    

"Menschen, die draußen arbeiten, haben ein doppelt so hohes Hautkrebs-Risiko", sagt Dr. John, Hautarzt in Osnabrück. Mit der Anerkennung als Berufskrankheit sieht er sich seinem Ziel ein Stück näher: mehr Fokus auf die Gefahren - und mehr Vorbeugung.    

Oft wüssten Bauarbeiter, die bei 30 Grad ohne Kopfschutz und Hemd arbeiteten, gar nicht, welches Risiko sie eingingen. Lässig und cool zu sein, ist wichtig auf dem Bau. Wer sich immer wieder mit Sonnenöl eincremt, kann da schnell als Weichei gelten. Dabei müsste es umgekehrt sein: Helme mit Nackenschutz, Sonnencreme, atmungsaktive und UV-dichte Kleidung sowie Pausen in der strahlungsintensiven Mittagszeit zwischen 11.00 und 13.00 Uhr würden Outdoor-Arbeitern später wahrscheinlich manches Leid ersparen.     

 "Wir haben hier heute UV-Werte wie früher auf Sizilien", sagt Experte John. Hauptursache sei die großflächige Zerstörung der schützenden Ozonschicht. Auch wenn sie sich langsam erhole, seien die Folgen noch rund 30 Jahre lang zu spüren.

 Wird heller Hautkrebs in Vorstufen erkannt, ist er heilbar. Falls nicht, kann er chronisch werden und Hautpartien entstellen. Bei Berufen im Freien sind das vor allem Kopfhaut, Gesicht und Handrücken.

Österreich und die Schweiz haben Hautkrebs schon länger als Berufskrankheit anerkannt .

  • Datum 03.11.2014
  • Autor APA