Weltdiabetestag: Intensive Betreuung verbessert Lebensqualität

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus– insbesondere Diabetes Typ 2 – nimmt weltweit dramatisch zu. Schon heute sind weltweit 415 Mio. Menschen betroffen; im Jahr 2040 werden es bereits über ein Drittel mehr sein. Viele wissen nichts von ihrer Erkankung. Eine intensive Betreuung verbessert nachweislich die langfristige Prognose und Lebensqualität.

Aktuell nehmen in Wien knapp 15.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes sowie über 220 niedergelassene Allgemeinmediziner bzw. Fachärzte für Innere Medizin am Programm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ teil.

Bei der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) geht man von über 100.000 Typ-2-Diabetes-Erkrankten in Wien aus,  demnach sind aktuell rund 14 Prozent der Diabetiker im Programm eingeschrieben. Anlässlich des Welt-Diabetes-Tags am 14. November empfiehlt die WGKK Betroffenen die freiwillige Teilnahme am kostenlosen Programm und wirbt auch aktiv um die Teilnahme der Ärzteschaft. Oberarzt Dr. Helmut Brath ist überzeugt: „Damit die Betreuung von Diabetikern optimal funktionieren kann, brauchen wir ein Programm wie „Therapie Aktiv", bei dem die Basisversorgung von niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Internisten übernommen wird und bei dem jene 10 bis 15 Prozent, die eine intensivere Behandlung brauchen, zur Spezialistin oder zum Spezialisten überwiesen werden können."

Kernelemente des seit 2007 laufenden Programms „Therapie Aktiv – Diabetes in Griff“ sind die optimale Blutzuckereinstellung durch Lebensstilveränderungen und Medikamente sowie die Vermeidung von Folgeschäden des Diabetes wie beispielsweise Erblindung, Nierenversagen, Nervenschädigung oder diabetisches Fußsyndrom und die Senkung des Schlaganfall- und Herzinfarktrisikos.  Durch die kontinuierliche, auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Betreuung und durch regelmäßige Untersuchungen der Patientinnen und Patienten soll der bestmögliche Behandlungserfolg erreicht und deren Lebensqualität verbessert werden.

Eine 2015 veröffentlichte Evaluierung des Programms durch die Medizinische Universität Graz ergab eine signifikante Reduktion der Sterblichkeit durch die Teilnahme an „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“.  Dr. Brath: „Durch die intensive und individuelle Betreuung von Menschen mit Diabetes ist es in den letzten 15 Jahren gelungen, die Wahrscheinlichkeit von diabetesbedingten Spätschäden wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen um über 50 Prozent zu reduzieren. Das ist ein erfreulicher Durchbruch in der Therapie des Diabetes. Aber wir sind noch nicht am Ende des Weges, denn noch immer ist das Risiko für Menschen mit Diabetes deutlich höher als für Menschen ohne Diabetes."

Im Rahmen des Programms „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ setzen sich die Betroffenen selbst intensiv mit ihrer chronischen Erkrankung auseinander. Bei Schulungen in Kleingruppen erfahren sie alles Wissenswerte über die Erkrankung und wie sie ihren Blutzucker positiv beeinflussen können. Gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten werden individuelle Therapieziele festgelegt, die sich an den persönlichen Risiken und Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer orientieren (z. B. Ernährungsumstellung, mehr Bewegung oder Rauchstopp).

 

  • Datum 10.11.2016
  • Autor Mag.a Silvia Jirsa | Wiener Gebietskrankenkasse

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