Weltgipfeltreffen im Kampf gegen Depressionen

Heute riefen weltweit führende Unternehmen, politische Entscheidungsträger, Fachleute und Wissenschaftler Länder auf der ganzen Welt dazu auf, mehr zu tun, um den 350 Millionen Menschen zu helfen, die an Depressionen leiden.

Die Teilnehmer des Gipfeltreffens "The Global Crisis of Depression: The Low of the 21st Century?" (Die globale Krise der Depression: die Bürde des 21. Jahrhunderts?), unter denen sich auch Kofi Annan befand, betonten, dass Gesundheitssysteme, Unternehmen und die Allgemeinbevölkerung ihre Kräfte im Kampf gegen Depressionen vereinen müssten.

Kofi Annan äusserte sich in seiner Rede vor den Delegierten wie folgt: "Die Depression hat viele Auswirkungen und Dimensionen. Die Gefahr besteht darin, dass dies eine kohärente und effektive Behandlung erschweren kann. Wir müssen ein möglichst breites Netzwerk schaffen und diese Herausforderung mit effektiven Mitteln bewältigen. Ich unterschätze die Grösse der Herausforderung nicht, aber ich habe gesehen, wie unter den schwierigsten Bedingungen Fortschritte erzielt werden können. Wie verfügen über die Kenntnisse, Depressionen zu bekämpfen, und jetzt müssen wir den Willen und die Mittel aufbringen, dieses Wissen einzubringen, um das Leben von Hunderten und Millionen von Menschen zu verändern."

Häufigste Ursache von Arbeitsunfähigkeit

Depressionen sind mittlerweile weltweit die häufigste Ursache von Arbeitsunfähigkeit. In Europa sind sie für mehr als 7 % der vorzeitigen Todesfälle verantwortlich und kosten die europäischen Staatskassen mehr als 92 Milliarden EUR pro Jahr.
Schätzungsweise über ein Viertel der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter leidet zu irgendeinem Zeitpunkt an einer Form von geistiger Krankheit, einschliesslich Depressionen, was eine grosse Belastung für die wirtschaftliche Produktivität und die Sozialsysteme darstellt.

Depression als Stigma

Alastair Campbell, Kommunikator, Schriftsteller und Stratege sowie Botschafter der Kampagne "Time to Change", hat öffentlich über seine eigenen Erfahrungen mit Depressionen gesprochen. Er erklärte: "Es gibt keinen Menschen, der nicht jemanden kennt, der an Depressionen leidet, und dennoch ist das Thema mit einem Stigma und Tabu behaftet. Vielerorts will man es nicht einmal in Erwägung ziehen, die Depression als eine Krankheit zu betrachten. Sie ist eine der schlimmsten Krankheiten, die es gibt, und staatliche Stellen müssen der geistigen Gesundheit dieselbe Geltung verschaffen wie der körperlichen Gesundheit. Angesichts der Tatsache, dass sie die arbeitende Bevölkerung betrifft, liegt es im Interesse des Staates und der Unternehmen, an diesem Problem zusammenzuarbeiten. Ich begrüsse es, dass The Economist der Depression bevorzugte Aufmerksamkeit schenkt, und hoffe, dass andere seinem Beispiel folgen werden."