Welttuberkulosetag: Wachsam bleiben

Die Tuberkulose ist in Österreich zwar weiter rückläufig, dennoch müssen wir wachsam bleiben. Im Bezug auf Tuberkulose gibt es in der Bevölkerung viele Unsicherheiten: Ist jede Tuberkulose ansteckend? Und wie wird die Krankheit behandelt? Ein Überblick zu zentralen Fragen.

  • Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Der Erreger heißt Mycobacterium tuberculosis. Tuberkulose ist mit Medikamenten heilbar. Unbehandelt kann die Krankheit tödlich verlaufen. Weltweit, besonders in armen Regionen der Erde, sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiter rund 1,5 Millionen Menschen pro Jahr - oft wegen fehlender oder schlechter medizinischer Versorgung. Problematisch ist nach Einschätzung von Fachleuten etwa die Lage in Teilen Afrikas, Osteuropas und Zentralasiens. Trotz aller Bemühungen, die Infektionskrankheit bei uns ganz zu besiegen, erkranken auch in Österreich immer noch Menschen neu. Als Abkürzung für Tuberkulose sprechen manche kurz von "TB" oder "TBC".

 

  • Wie läuft die Ansteckung bei Tuberkulose?

In der Regel wird die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen. Bei der bekanntesten Form, der Lungentuberkulose, geschieht das etwa beim Husten oder Niesen. Feinste Tröpfchenkerne, die Erreger enthalten, gelangen in die Luft. Andere Menschen können sie einatmen. Allerdings braucht es für die Übertragung der Krankheit in der Regel eine größere Zahl von Erregern und eine längere Zeit des Kontakts zum Kranken. "Eine Ansteckung erfolgt nicht so leicht wie bei anderen über die Luft übertragbaren Krankheiten. Das Ansteckungsrisiko nach einmaligem kurzem Kontakt ist sehr gering", sagt die Tuberkulose-Expertin Lena Fiebig von Robert Koch-Institut (RKI).

  • Welche Tuberkuloseformen gibt es?

Die Lungentuberkulose ist mit Abstand die häufigste Form. Die Krankheit kann aber auch andere Organe betreffen - etwa die Nieren, Lymphknoten, Knochen oder Gelenke. Wenn die Lunge nicht mitbetroffen ist, spielt die Übertragung über Luft keine Rolle - und es besteht kein oder nur ein geringes Übertragungsrisiko.

  • Wird jeder Infizierte krank?

Nein. Die WHO hat einmal geschätzt, dass weltweit rund jeder dritte Mensch den Erreger in sich trägt. Aber nur 5 bis 10 von 100 Infizierten würden im Laufe ihres Lebens überhaupt krank.
Solange die Infizierten gesund bleiben, spricht man von einer latenten tuberkulösen Infektion.

 

  • Welche Methoden zum Erkennen der Krankheit gibt es?

Häufig kommen Patienten mit typischen Anzeichen einer fortgeschrittenen Krankheit zum Arzt: etwa mit lange andauerndem Husten, vor allem mit Auswurf, nächtlichem Schweiß und Gewichtsverlust. Ein anderer Weg: Die Gesundheitsämter suchen aktiv nach der Krankheit in Risikogruppen.
Bei dem Versuch, eine Tuberkulose wirklich zu finden, helfen verschiedene Checks. Zentral ist das Röntgen der Lunge. Außerdem gibt es den Nachweis der Bakterien im Auswurf mit dem Mikroskop.
 

  • Wie wird behandelt?

Tuberkulose wird in der Regel mit einer Kombination aus mindestens vier Antibiotika behandelt, von denen zwei über mindestens sechs Monate eingenommen werden müssen. Anfangs kommen die Kranken in die Klinik, später werden sie daheim betreut. Zwei bis drei Wochen nach Beginn einer Therapie sind die Patienten meist nicht mehr ansteckend. Eine unvollständige oder zu kurze Einnahme der Medikamente ist gefährlich. Sie kann bewirken, dass die Erreger unempfindlich gegen diese Mittel werden - eine Multiresistenz kann entstehen.

 

Im Jahr 2015 wurden in ganz Österreich mit 579 neuen Tuberkulosefällen etwas weniger Fälle als 2014 (582) im Epidemiologischen Meldesystem erfasst. "Dennoch müssen wir wachsam bleiben. Das Auftreten von multiresistenter Tuberkulose ist nach wie vor eine Herausforderung für das öffentliche Gesundheitssystem", so Oberhauser anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März. 

  • Datum 24.03.2016
  • Autor APAMED vom 23.03.2016 Rubrik: World Wide Health

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Die Apotheke ist weiblich

Die Apothekerin, die Aspirantin, die Pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin: Die 1.380 österreichischen Apotheken sind in der Hand von Frauen. 90 Prozent aller 16.000 Beschäftigten sind weiblich und das bis hinauf in die Chefetagen, denn jede zweite Apotheke wird bereits von einer Frau geführt.

hier weiterlesen


Hallux valgus: Vorsicht vor Folgeschäden!

Anfangs spürt man es nur in schmalen High Heels: den schmerzhaften Druck aufs Großzehengrundgelenk oder auf einen der kleinen Zehen. Schon jede dritte 20-Jährige zeigt Ansätze eines Hallux valgus. Aber irgendwann schmerzen nicht nur High Heels, sondern auch Sportschuhe...

hier weiterlesen


Burgenland impft gegen Meningokokken B-Erkrankung

Eine gemeinsame Kampagne der Burgenländischen Landesregierung, der Ärztekammer, der Apothekerkammer und GlaxoSmithKline Pharma GmbH macht auf die Gefährlichkeit der Meningokokken B - Erkrankung aufmerksam.

hier weiterlesen


Winterpollen im Anflug

Augenjucken und eine tropfende Nase – in den meisten Fällen werden solche Symptome als Erkältung abgetan, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Denn was die wenigsten wissen: Auch im Winter können Pollen für Allergiebeschwerden sorgen und für Betroffene unangenehm sein.

hier weiterlesen


Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen