WHO - Die Welt weiß zu wenig über die Gesundheit

Wenn es darum geht, die Gesundheit der Menschen weltweit sicherzustellen, müssten alle Länder die dafür notwendigen Basisdaten haben. Das ist nicht der Fall.

Laut dem neuen Bericht mit dem Titel "Gesundheit beobachten für die nachhaltigen Entwicklungsziele" dafür fehlt einfach die Informationsgrundlage. "Zum Beispiel gibt es nur von 70 Staaten regelmäßig Daten für die WHO über die Mortalität nach Geschlecht, Alter und Todesursachen. Diese Daten sind aber erforderlich, um mehr als ein Dutzend der nachhaltigen Entwicklungsziele zu verfolgen", heißt es in dem Report, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.    

Wer nicht weiß, wie die aktuelle Situation aussieht, kann auch keine effizienten Maßnahmen setzen, um Verbesserungen herbeizuführen. "Laut Schätzungen werden 53 Prozent der Todesfälle weltweit und jährlich amtlich nicht registriert. Die Fortschritte dazu sind in den Entwicklungsländern relativ gering", schreiben die Autoren des Berichts.    

Umgekehrt: Bis 2030 sollte in allen Staaten weltweit wenigstens alle zehn Jahre eine Bevölkerungszählung erfolgen. Hundert Prozent der Geburten sollten amtlich registriert werden - und eben 80 Prozent der Todesfälle. Geburten- und Kindersterblichkeit, Mortalität und Krankheitshäufigkeit müssen in jedem Land ausreichend dokumentiert werden, um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.    

Sicherlich ist die Situation in Österreich mit den Zuständen in den Entwicklungsländern nicht zu vergleichen. Aber österreichische Experten weisen seit vielen Jahren darauf hin, dass zur Beurteilung des Gesundheitsstatus der Bevölkerung wichtige Daten fehlen. Das gilt besonders für die Häufigkeit von Krankheiten, die nicht in einen Spitalsaufenthalt münden und für bestimmte Bevölkerungsgruppen. So hat zum Beispiel der Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, Klaus Vavrik, in den vergangenen Jahren mehrmals den Mangel an Gesundheitsdaten für Kinder und Jugendliche kritisiert.    

Weltweit spiegeln die Basisdaten zur Gesundheit die enormen Unterschiede zwischen armen und reichen Staaten wider. Bei der durchschnittlichen Lebenserwartung liegt Österreich in Europa an der zwölften Stelle mit 81,5 Jahren. Die Spitze besetzt das Nachbarland Schweiz mit 83,4 Jahren. Dann kommt in Europa Spanien mit 82,8 Jahren. Im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung als die Europäer haben die Japaner mit 83,7 Jahren.    

Wie sehr die Lebenserwartung nach Geschlechtern weltweit aus einander klafft, beweisen folgende Daten: Am niedrigsten war 2015 die Lebenserwartung bei Männern im afrikanischen Staat Sierra Leone mit 49,3 Jahren, bei den Frauen ebenfalls in Sierra Leone mit 50,8 Jahren. Am höchsten war sie vergangenes Jahr weltweit bei den Männern in der Schweiz (81,3 Jahre) und bei den Frauen in Japan (86,8 Jahre).

  • Datum 24.05.2016
  • Autor APAMED vom 19.05.2016 Rubrik: World Wide Health

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