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Zeigen Sie dem Winter die „kalte Schulter“

Sie ist wieder da, die dunkle, nasskalte Jahreszeit. Doch keine Angst: Mit Tipps aus der Apotheke kommen Sie gut über die Runden. Erkältungen, Winter-Blues oder trockene Haut müssen nicht sein – machen Sie Ihren Körper jetzt „winterfest“!

Sinken die Temperaturen, sollten wir unseren Körper auf trübe, nasskalte Monate vorbereiten. Sport stärkt das Immunsystem und bessert auch die Laune. Gute Ausrüstung gehört dazu: Der Fachhandel hält Jacken, Mützen und geeignetes Schuhwerk bereit. Nach dem Sport helfen Saunagänge und  Wechselduschen, um uns abzuhärten. Wer regelmäßig Kneipp-Anwendungen durchführt, wird seltener krank und übersteht Erkältungen leichter. Das zeigen sogar wissenschaftliche Studien.

Kraft aus der Natur

Weitere Tipps aus Ihrer Apotheke: Ascorbinsäure (Vitamin C) reduziert zumindest bei körperlicher oder seelischer Belastung das Erkältungsrisiko. Kinder und Jugendliche sollten 125 bis 250 Milligramm pro Tag einnehmen, und zwar zwei bis drei Mal pro Woche als Vorbeugung. Apotheker empfehlen Jugendlichen ab zwölf Jahren und Erwachsenen die gleiche Menge pro Tag. Forscher haben ebenfalls nachgewiesen, dass Extrakte aus dem Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) unsere Immunabwehr stärken. Die empfohlene Dosierung liegt bei zwei bis drei Millilitern Presssaft mehrmals täglich. Als  Alternative haben sich standardisierte Präparate aus der Apotheke bewährt. Zinksalze zeigen – vorbeugend eingenommen – ebenfalls positive Effekte. Kinder über zehn Jahre und Erwachsene sollten 25 bis 50 Milligramm pro Tag einnehmen, um seltener an grippalen Infekten zu erkranken.

Influenza: Die Impfung schützt!

Gegen die saisonale Influenza, auch echte Grippe genannt, helfen entsprechende Präparate kaum. Ärzte raten Risikopatienten, sich impfen zu lassen. Dazu gehören Schwangere ab dem zweiten Trimenon, Menschen ab 60 Jahren sowie Personen mit Vorerkrankungen. In Vakzinen befinden sich Eiweiße aus der Hülle von Grippeviren. Sie führen zu keiner Infektion, werden aber von unserem Immunsystem erkannt. Die Folge: Eine Abwehrreaktion beginnt, und passgenaue Antikörper entstehen. So genannte Gedächtniszellen speichern diese Information, um beim tatsächlichen Kontakt mit Viren schnell zu reagieren. Bis das Immunsystem einen wirksamen Schutz aufgebaut hat, vergehen etwa 14 Tage. Deshalb lohnen sich Impfungen jetzt im Oktober oder spätestens im November. Vereinzelt kommt es zu Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Injektionsstelle. Die Beschwerden klingen aber schnell ab und sind weitaus harmloser als die Folgen einer Virusgrippe. Ein Wermutstropfen: Weil Grippeviren ständig ihr Erbgut ändern, sind jährliche Auffrischungen erforderlich.

 

Aktiv gegen Schmerzen

In der kalten Jahreszeit quälen sich viele Menschen nicht nur mit Infektionen, sondern mit Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich. Dagegen ist ein Kraut gewachsen: Chillipflanzen produzieren den  Wirkstoff Capsaicin. Apotheker halten entsprechende Salben oder Pflaster mit einem doppelten Effekt bereit. Kurz nach der Anwendung breitet sich wohlige Wärme im betroffenen Gebiet aus – Capsaicin fördert die Durchblutung. Muskeln entspannen sich, und Verspannungen werden gelöst. Der wirksame Inhaltsstoff verhindert vorübergehend, dass ein Botenstoff namens Substanz P aufgenommen wird. Missempfindungen gehen spürbar zurück.

Sonne aus der Steckdose

Wer im Herbst und Winter eher unter trüber Stimmung und Niedergeschlagenheit leidet, sollte einen Versuch mit Tageslichtlampen starten. Das sind Geräte mit hoher Lichtleistung und  sonnenlichtähnlicher Lichtfarbe. Helligkeit löst in unserer Netzhaut Signale aus, die vom Gehirn verarbeitet werden. Unser Körper stellt weniger „Schlafhormon“ Melatonin her und justiert seine innere Uhr neu. An trüben Tagen wird Melatonin auch während der Wachphasen ausgeschüttet – wir fühlen uns müde und abgeschlagen. Setzen Sie sich deshalb jeden Morgen etwa 30 Minuten bis zwei Stunden vor die Lampe – Gebrauchsanweisung beachten! Erfolge stellen sich bereits nach kurzer Zeit ein. Wer schon häufiger mit „Winterblues“ zu kämpfen hatte, startet besser im zeitigen Herbst mit der Lichttherapie.

Hau(p)tsache gut geschützt

Nicht nur unsere Seele leidet in der dunklen Jahreszeit. Für die Haut sind Kälte und Trockenheit ebenfalls belastend. Sinkt das Quecksilber unter acht Grad, verringern Talg- und Schweißdrüsen ihre Arbeit. Die Haut verliert ihren schützenden Film und trocknet aus. Heizungsluft begünstigt diesen Vorgang weiter. Ihre Apotheke empfiehlt fetthaltige Cremes mit pflanzlichen Ölen. Produkte mit Oliven- oder Nachtkerzenöl fügen sich gut in das natürliche Gefüge der Haut ein und halten sie geschmeidig. Je trockener unser schützendes Organ ist, desto fetthaltiger können Pflegeprodukte sein. Harnstoff (Urea) hilft, damit gebundenes Wasser gut in tieferen Schichten gespeichert wird. Gleichzeitig sollten Sie auf lange Bäder oder ausgiebiges Duschen besser verzichten – sonst nimmt die ohnehin schon  strapazierte Haut weiter Schaden. Rückfettende Produkte haben sich hier besonders bewährt. Kommen Sie gut durch Herbst und Winter!

  • Datum 17.12.2015
  • Autor Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

Dipl.-Chem. Michael van den Heuvel

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