Zahnfleischbluten & Zahnarztangst

Laut einer aktuellen Online-Umfrage im Auftrag von Chlorhexamed zum Thema Zahngesundheit* leiden 66 % der befragten ÖsterreicherInnen zumindest gelegentlich unter Zahnfleischbluten. Ein deutliches Warnsignale für eine Erkrankung des Zahnfleisches. Um das Bewusstsein für dieses Risiko zu schaffen, haben Österreichs Zahnärzte und Apotheker eine gemeinsame Aufklärungsoffensive gestartet.

Auf den Zahn gefühlt: Parodontitis bleibt oft lange unbemerkt

Die aktuelle Umfrage im Auftrag von Chlorhexamed zeigt: 40 % der ÖsterreicherInnen gehen nur zum Zahnarzt, wenn sie bereits Beschwerden haben. Gerade Zahnfleischbluten wird sehr lange ignoriert, bis endlich etwas dagegen unternommen wird: „Ab dem 40. Lebensjahr gehen mehr Zähne durch Zahnfleischerkrankungen als durch Karies verloren“, betont Dr. Corinna Bruckmann, Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie (ÖGP). Hinter dem vermeintlich harmlosen Zahnfleischbluten steckt in vielen Fällen Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparats. „Das Frühstadium kann in der Regel noch gut behandelt werden, weil der Knochen und das Bindegewebe, die den Zahn in seiner Position halten, noch nicht betroffen sind.“ Fast jeder zweite Befragte gab an, dass sich sein Zahnfleisch zumindest gelegentlich geschwollen anfühlt. Schreitet die Erkrankung unbehandelt voran, bildet sich der Knochen zurück, der Zahn verliert buchstäblich den Halt und wird locker. Das Problem: „Insbesondere bei Zahnfleischproblemen vergeht oft wertvolle Zeit, bis diese überhaupt bemerkt werden“, so Dr. Bruckmann. „Da Zahnfleischentzündungen anfangs kaum Schmerzen verursachen, werden sie häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium vom Zahnarzt diagnostiziert.“

Neben dem drohenden Zahnverlust erhöht Parodontitis auch das Risiko für Diabetes mellitus, das man laut Dr. Bruckmann keinesfalls unterschätzen sollte: „Mehr als einem Drittel der Österreicher ist offenbar nicht bewusst, dass Zahngesundheit eine bedeutende Voraussetzung für die allgemeine Gesundheit ist. Daher begrüße ich es sehr, dass mit der Broschüre „Gesundes Zahnfleisch“ ab sofort verständliches Informationsmaterial zur  Verfügung steht, das Zahnärzte und Apotheker ihren Klienten mit nach Hause geben können.“ Ein Wartezimmerposter für die Zahnarztordination macht auf das Thema aufmerksam und informiert, wie man sein strahlendes Lächeln möglichst lange behält.


Schnittstelle Apotheke: Beratung über moderne Mundhygiene

„Bei Beschwerden im Mundbereich ist in vielen Fällen die Apotheke die erste Anlaufstelle, da die Hemmschwelle der Betroffenen hier niedriger ist“, erklärt die Apothekerin Mag. pharm. Astrid Janovsky. „Daher ist uns die Aufklärung unserer Kunden über richtige Mundhygiene und gezielte Vorbeugung ein besonderes Anliegen.“ Regelmäßiges und gründliches Zähneputzen allein verringert zwar die Zahl der Bakterien, beseitigt sie aber nicht vollständig, betont Mag. Janovsky: „So können sich die Keime in schwer zugänglichen Regionen wie den Zahnzwischenräumen dauerhaft festsetzen und dort Zahnsubstanz und Zahnfleisch gefährden.“ Tipp der Apothekerin: „In Ergänzung zum Zähneputzen Zahnseide und Interdentalbürstchen verwenden, medizinische Mundspüllösungen bekämpfen Bakterien zusätzlich. Mit speziellen Zungenbürsten beseitigt man den bakteriellen Belag auf der Zunge, der sehr häufig für hartnäckigen Mundgeruch verantwortlich ist.“ Die Broschüre „Gesundes Zahnfleisch“ enthält die wichtigsten Informationen und Tipps rund um Parodontitis-Vorsorge.


Wenn Zähne in die Jahre kommen

Die Umfrage zeigt: Ältere Menschen sind häufiger wegen Zahnfleischproblemen in Behandlung als jüngere: 49 % der 50plus-Generation saßen deswegen bereits mindestens einmal am Zahnarztstuhl (38 % bis 50 J., 32 % bis 30 J.). Dr. Bruckmann: „Der natürliche Alterungsprozess beeinflusst auch die Mundhöhle. Mit den Jahren nutzen sich Zähne und Zahnschmelz durch Beißen, Reißen, Schleifen und Kauen, aber auch durch säurehaltiger Speisen und Getränke, ab. Zusätzlich lässt die Kaukraft nach und die Mundschleimhaut verliert an Elastizität und Feuchtigkeit.“

Durch allgemeine Erkrankungen oder bestimmte Medikamente kann sich der Speichelfluss reduzieren. In der Folge all dieser Einflüsse treten mit den Jahren auch häufiger spezielle Mund- und Zahnkrankheiten auf. Expertin Bruckmann beruhigt: „Wer sich bewusst ist, dass der Alterungsprozess nun einmal Veränderungen für Zähne und Zahnfleisch mit sich bringt, kann selbst sehr gut vorbeugen. Mit entsprechender Prophylaxe ist es möglich, das Gebiss  oder auch den Zahnersatz bis ins hohe Alter funktionsfähig zu erhalten.“

 

Angst vor dem Zahnarzt ist weit verbreitet

 Eine ernüchternde Erkenntnis der Gallup-Umfrage: 29 % der Befragten haben eine so große Angst vor einem Zahnarztbesuch, dass sie ihn so lange wie möglich hinausschieben und somit ihre (Zahn-)Gesundheit bewusst aufs Spiel setzen. Zahnarzt-Phobiker finden sich vor allem unter Frauen, Jüngeren und Personen mit geringerem Bildungsniveau. Oft setzt sich diese extreme Panik vor Eingriffen im Mund bereits im Kindesalter fest, ängstliche Eltern sind kein gutes Vorbild. „Wer Angst vor dem Zahnarzt hat, sollte sich an Experten für eine schmerzlose und angstfreie Behandlung wenden. Immer mehr Zahnärzte bieten – auch speziell für Kinder und behinderte Menschen – Möglichkeiten wie Hypnose, Lachgas oder auch Vollnarkose an“, informiert Dr. Bruckmann.
 

  • Datum 30.10.2015
  • Autor Österreichische Gesellschaft für Parodontologie & Österreichische Apothekerkammer

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