Zeckenschutz* in Rot-Weiß-Rot

Seit 40 Jahren ist in Österreich eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) möglich. Durch regelmäßige Aufklärung und Impfaktionen ist es seit den 1980er-Jahren gelungen, die FSME-Erkrankungsfälle von vormals rund 700 auf aktuell 64 Fälle im Jahr 2015 zu reduzieren. Da jedoch in Österreich immer noch zu viele FSME-Fälle, auch mit bleibenden Schäden und Todesfolge, diagnostiziert werden, sind weiterhin Anstrengungen notwendig, um die Anzahl der Erkrankungen zu reduzieren bzw. niedrig zu halten.

Urlaubszeit ist Zeckenzeit

Obwohl Zecken bereits ab ca. 7 Grad Celsius aktiv werden und auf Nahrungssuche gehen, lieben die Spinnentiere warme Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit. Neben dem Baltikum und Tschechien zählt Österreich zu den Ländern mit dem weltweit höchsten Risiko, von einer mit FSME-Viren belasteten Zecke gestochen zu werden. Keines der Bundesländer Österreichs kann als zeckenfrei eingestuft werden. In Europa sind bereits in 27 Ländern FSME-Endemie-Gebiete bekannt. Doch auch außerhalb der europäischen Grenzen ist das FSME-Virus verbreitet.

In großen Teilen Russlands und Asiens erstreckt sich der sogenannte „FSME-Gürtel“, der von Europa ausgeht. Zecken scheuen weder hohe Temperaturen noch Höhenmeter. Der bekannteste aufgezeichnete Fall in großer Höhenlage ist eine FSME-Infektion einer Ziege durch einen Zeckenstich, in über 1500 Metern über dem Meeresspiegel.Durch die Ziegenmilch wurde das Virus auf sechs Menschen übertragen. Zecken lauern in den Grünflächen der Stadt genauso wie im Wald oder auf Bergen. „Man muss gar nicht wegfahren. Die Zecken lauern auch daheim im Garten oder im Beserlpark. Sicher ist nur, wer geimpft ist. Mit Zecken muss man inzwischen auch beim Bergwandern in Tirol rechnen“, so Dr. Rudolf Schmitzberger von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer.

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Zentralnervensystems führen kann. Die Symptome der FSME können einer Grippe ähnlich sein, wie z. B. Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Nackensteifheit. Die Erkrankung kann zu bleibenden Dauerschäden wie Lähmungen oder langandauernder Rekonvaleszenz führen und sogar tödlich enden. Auch bei einem leichteren Krankheitsverlauf kann es zu einer Persönlichkeitsveränderung und Konzentrationsschwächen kommen.

In den meisten Fällen wird der Stich der Zecke durch die betäubende Eigenschaft ihres Speichels gar nicht wahrgenommen. Hat sich die infektiöse Zecke einmal festgesaugt, wird das Virus sofort übertragen. „Falls es zu einer Erkrankung kommt, steht keine kausale antivirale Therapie zur Verfügung. Nach ca. zwei bis drei Jahren ist die Regenerationsphase abgeschlossen, sodass mit keiner nennenswerten Besserung mehr gerechnet werden kann. Wichtigste und wirksamste prophylaktische Maßnahme gegen FSME ist somit die Impfung“, sagt Univ. Prof. Dr. Bruno Mamoli, Leiter des Kompetenzzentrums Neurologie Rudolfinerhaus.

FSME-Schutz ab dem ersten Lebensjahr

Trotz der hohen Durchimpfungsrate und jährlichen Aufklärungskampagnen haben sich im Jahr 2015 insgesamt 64 Österreicher mit dem gefährlichen FSME-Virus infiziert. [3] Der Großteil der Betroffenen hat sich nicht, oder nicht in den korrekten Abständen, gegen FSME impfen lassen. Kinder sind besonders gefährdet, da beim Spielen im Park, im Garten oder nahe am Wasser ein höheres Risiko für einen Zeckenstich besteht. Lange Kleidung und Insektenabwehrsprays halten Zecken zwar auf Abstand, garantieren aber keinen Schutz vor einer FSME-Infektion, sollte es zu einem Stich von einer infizierten Zecke kommen. „Ab dem vollendeten ersten Lebensjahr können Kinder gegen FSME geimpft werden. Da die Folgen eines Zeckenstiches für ungeimpfte Menschen dramatisch sein können, ist die Impfung für alle Altersstufen wichtig und notwendig. Die Sterberate bei Betroffenen liegt bei 1–2%. Bleibende Schäden nach einer Infektion weisen ca. 3–4% der FSME-Patienten auf. Da es keine Impfung danach und keine spezifische Heilbehandlung gibt, nur die Symptome können gemildert werden, schützt ausschließlich die vorbeugende FSME-Impfung“, berichtet Dr. in Christiane Körner, Präsidentin des Vereins zur Förderung der Impfaufklärung.

Subtypen des Virus und die Wunderwaffe aus Österreich

Generell sind drei Subtypen des FSME-Virus (Far Eastern Subtype, Western Subtype, Siberian Subtype) bekannt. In unseren Breiten ist der europäische (Western Subtype) Subtyp zwar vorherrschend, trotzdem tauchen immer häufiger andere Virussubtypen in unüblichen Regionen auf. Dies tritt ein, wenn Zecken beispielsweise Zugvögel als „Taxi“ verwenden und sich so in anderen Gebieten niederlassen. Der nun seit 40 Jahren in Österreich produzierte Impfstoff schützt vor allen FSME-Subtypen gleichermaßen. Für den in Österreich hergestellten Impfstoff wird ein unverändertes, ursprünglich in der Gemeinde Neudörfl isoliertes, FSME-Virus verwendet. Selbstverständlich enthält der Impfstoff ausschließlich abgetötete Viren.

 Intervalle der FSME-Schutzimpfung

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, dass erst nach einer richtig durchgeführten Grundimmunisierung und den regelmäßigen Auffrischungsimpfungen ein durchgehender Schutz vor einer FSME-Erkrankung gegeben ist. Die Grundimmunisierung besteht aus insgesamt drei Teilimpfungen. Nach der ersten Impfung erfolgt der zweite Teil der Immunisierung nach einem Monat und die dritte Impfung kann nach 5 Monaten bis zu einem Jahr erfolgen. Anschließend müssen die Auffrischungstermine eingehalten werden, da ansonsten Lücken entstehen können, in denen man nicht geschützt ist. Nach Abschluss der Grundimmunisierung muss nach 3 Jahren zum ersten Mal aufgefrischt werden. Danach beträgt das Impfintervall 5 Jahre. Personen ab 60 Jahren müssen Intervalle von 3 Jahren einhalten, um lückenlos geschützt zu sein. Sollten die Abstände der Impfungen nicht eingehalten werden, besteht weniger oder kein Schutz vor FSME.

Die FSME-Schutzimpfung ist ein Individualschutz, für dessen Auffrischung jeder selber Verantwortung trägt. Die sogenannte „Herdenimmunität“ hat bei FSME keine Bedeutung, da hier nicht der Mensch, sondern meistens die Zecke der Überträger des Virus ist. „Da FSME-Viren durch Zeckenstiche übertragen werden, kann man durch Impfen den Erreger nicht ausrotten, wie etwa bei Pocken oder Masern, wo eine Mensch zu Mensch Übertragung stattfindet.

Rolle der Apotheken

Der FSME-Impfstoff kann das ganze Jahr über in jeder österreichischen Apotheke gekauft werden. Von Jänner bis inklusive Juli wird die Schutzimpfung zu vergünstigten Preisen angeboten. "Die österreichischen Apotheken bieten auch heuer wieder die FSME-Impfstoffe für Erwachsene und Kinder bis zum 31. Juli zu einem Sonderpreis an. Die Apothekenaktion ist ein Grund dafür, dass die Impfung gegen FSME mit einer Durchimpfungsrate von 85% die am besten akzeptierte Schutzimpfung in Österreich ist und auch international als Vorzeigemodell für gute Durchimpfungsraten gilt“, so Mag. pharm Dr. Müller-Uri, Vizepräsident der Apothekerkammer Österreich.

Die Apothekerkammer bietet zudem mit der „Apo-App“ einen elektronischen Impfpass an, der gratis vom Appstore heruntergeladen werden kann. „Die kostenlose Apo-App der Österreichischen Apothekerkammer informiert über sämtliche Impfstoffe, empfohlene Impfungen und alle durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen.

 


Es ist empfehlenswert, sich bereits vor der Zeckensaison, in der kälteren Jahreszeit, impfen zu lassen, damit im Frühling bereits voller Schutz besteht.
 

  • Datum 17.03.2016
  • Autor Welldone Werbung und PR GmbH Mag. Fabian Frühstück | OTS Meldung "FSME-Impfung – Zeckenschutz in Rot-Weiß-Rot"

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Burgenland impft gegen Meningokokken B-Erkrankung

Eine gemeinsame Kampagne der Burgenländischen Landesregierung, der Ärztekammer, der Apothekerkammer und GlaxoSmithKline Pharma GmbH macht auf die Gefährlichkeit der Meningokokken B - Erkrankung aufmerksam.

hier weiterlesen


Winterpollen im Anflug

Augenjucken und eine tropfende Nase – in den meisten Fällen werden solche Symptome als Erkältung abgetan, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Denn was die wenigsten wissen: Auch im Winter können Pollen für Allergiebeschwerden sorgen und für Betroffene unangenehm sein.

hier weiterlesen


Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen


Entwarnung: Influenza-Welle im Abebben

Die Influenza-Welle ist deutlich im Abebben. Vergangene Woche wurden in Wien nur noch rund 8.400 Neuerkrankungen an Virus-Grippe und grippalen Infekten registriert. In der Woche davor waren es noch rund 12.600 Fälle gewesen.

hier weiterlesen


Lebenslanges Impfen: Eine notwendige Präventionsmaßnahme

Wer glaubt, dass das Thema Impfen mit Ende der Pflichtschulzeit erledigt ist, der irrt. Die aktuelle Datenlage zeigt klar, dass wir auch als Erwachsene und ganz besonders im fortgeschrittenen Alter regelmäßige Auffrischungen benötigen.

hier weiterlesen