ZEIG RÜCKGRAT und nimm deine Rückenschmerzen ernst!

Axiale Spondyloarthritis ist eine schmerzhafte Entzündung der Wirbelsäule. Charakteristisch für diese chronische Autoimmunerkrankung ist ein langer Leidensweg. Durchschnittlich dauert es bis zu sieben Jahre bis die Erkrankung erkannt wird. Eine möglichst frühe Therapie ist jedoch notwendig, um schwerwiegende Folgeschäden abzuwenden. Eine Aufklärungsinitiative will diese wichtige Früherkennung bei chronisch entzündlichem Rückenschmerz fördern.

Etwa 60.000 Menschen in Österreich leiden an chronisch entzündlichem Rückenschmerz, in der Fachsprache auch unter Axialer Spondyloarthritis bekannt. Diese Autoimmunerkrankung  zählt zu den chronisch-rheumatischen Krankheiten. Dabei richtet das Immunsystem durch eine Fehlfunktion die körpereigene Abwehr gegen Knochen- und Knorpelgewebe. Die Folge sind schubweise Entzündungsprozesse in der Wirbelsäule.
 
Der Ausbruch verläuft meist schleichend und beginnt typischerweise zwischen dem 17. und 30. Lebensjahr. Die anfangs oft nicht klar zuordenbaren Schmerzen betreffen den unteren Wirbelsäulenbereich sowie das Kreuz-Darmbein-Gelenk. Von dort strahlen die Schmerzen in das Gesäß und in die Oberschenkel aus.
 
„Rückenschmerzen, die schon länger als drei Monate andauern, in der Lendenwirbelsäule sowie darunter sitzen und hauptsächlich in Ruhephasen, insbesondere in der Nacht und am frühen Morgen auftreten, können auf axiale Spondyloarthritis hinweisen“, erklärt der Rheumatologe Doz. Johannes Grisar, und führt weiter aus: „ symptomatisch ist auch, dass sich die Schmerzen bei Bewegung und im Laufe des Tages bessern.“

 
Schwierige Diagnose
 

Die Ursachen für diese Erkrankung sind bis heute nicht genau geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu anderen rheumatischen Erkrankungen lassen sich bei Axialer Spondyloarthritis sogenannte Rheumafaktoren, die dem Arzt einen sicheren Hinweis für die Erkrankung liefern, im Blut nicht nachweisen. Im normalen Röntgenbild sind Veränderungen des Bewegungsapparats erst nach mehreren Jahren nachweisbar. Ein „unauffälliger“ Röntgenbefund schließt daher eine axiale SpA keinesfalls aus.
Wichtig ist deshalb ein MRT-Bild, denn nur damit kann der Facharzt die Entzündung bereits im Frühstadium der Erkrankung erkennen. Bleibt die Krankheit unbehandelt, führt dies bei schwerem Verlauf zu einer fortscheitenden Versteifung und Verknöcherung der Wirbelsäule. Die axiale SpA ist auch bekannt als Morbus Bechterew Erkrankung.
 

Früherkennung ausschlaggebend – www.rückencheck.at

 Die Dunkelziffer bei chronisch entzündlichem Rückenschmerz ist sehr hoch. Experten schätzen, dass etwa Dreiviertel aller Betroffenen von der Erkrankung nichts weiß. Grund dafür sind die nicht klar zuordenbare Symptome, die zunächst nicht mit der Erkrankung in Verbindung gebracht werden. Deshalb liegen zwischen dem Ausbruch der Krankheit und der eindeutigen Diagnose oft fünf bis sieben Jahre. Damit verbunden ist oft eine jahrlange Ärzte-Odyssee und ein schmerzhafter Leidensweg. Dabei kann eine frühzeitige Diagnose den Verlauf der Erkrankung ganz entscheidend beeinflussen.
 
„Der Patient leidet von Anfang an unter großen Schmerzen und ist in seinem Alltag stark beeinträchtigt. Doch nicht nur deshalb ist eine zeitnahe Diagnose wichtig. Mit Fortschreiten der Krankheit kommt es zu einer zunehmenden Verknöcherung der Wirbelsäule und einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit der Betroffenen“, erläutert Doz. Johannes Grisar die Folgen von chronisch entzündlichem Rückenschmerz.
 
Als chronische Erkrankung ist Axiale Spondyloarthritis unheilbar. Bei der Behandlung kommt es deshalb vorrangig darauf an, bleibende Schmerzen zu lindern, die Verknöcherung und Verformung der Wirbelsäule einzudämmen, strukturelle Schädigungen zu verhindern und körperliche Einsatzfähigkeit zu erhalten. Neben einer entsprechenden medikamentösen Therapie ist regelmäßige Bewegung wesentlich, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. 
 

Startschuss für „Zeig Rückgrat“  – Nimm deine Rückenschmerzen ernst

Das Bewusstsein für chronisch entzündlichen Rückenschmerz und dessen Früherkennung voranzutreiben, ist zentraler Bestandteil der gemeinsamen Aufklärungsinitiative der Österreichischen Morbus Bechterew Vereinigung und AbbVie.
 
Unter dem Motto „Zeig Rückgrat“ sollen vor allem junge Erwachsene als potentielle Risikogruppe sensibilisiert und zum Fünf-Fragen-Test auf www.rückenckeck.at bewegt werden.  Der Symptom-Check wurde von Experten zur Früherkennung entwickelt und ermöglicht jedem Teilnehmer innerhalb einer Minute eine erste Einschätzung eines Erkrankungsrisikos. Die Ergebnisse sollten dann mit einem Rheumatologen besprochen werden. Ziel ist es, den Zeitraum zwischen Ausbruch und Diagnose erheblich zu verkürzen.
 
 

  • Datum 20.06.2016
  • Autor kommunikationsatelier | Mag. Anna Sollereder

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Mutterkraut ist Arzneipflanze 2017

Die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse über Wirkstoffe und positive Effekte traditioneller Heilpflanzen. Zur Arzneipflanze 2017 wurde Mutterkraut gekürt. Diese traditionelle Heilpflanze zeichnet sich durch gute Wirksamkeit und ausgezeichnete Verträglichkeit in der vorbeugenden Behandlung von Migräne aus.

hier weiterlesen


Schwere Arbeit mindert möglicherweise die Fruchtbarkeit

Schwere körperliche Arbeit und nächtliche Schichtarbeit beeinträchtigen die Eizellenqualität und -zahl von Frauen und damit womöglich ihre Fruchtbarkeit. Besonders ausgeprägt sei dieser Effekt bei übergewichtigen und älteren Frauen, berichten US-Forscher.

hier weiterlesen


Entwarnung: Influenza-Welle im Abebben

Die Influenza-Welle ist deutlich im Abebben. Vergangene Woche wurden in Wien nur noch rund 8.400 Neuerkrankungen an Virus-Grippe und grippalen Infekten registriert. In der Woche davor waren es noch rund 12.600 Fälle gewesen.

hier weiterlesen


Lebenslanges Impfen: Eine notwendige Präventionsmaßnahme

Wer glaubt, dass das Thema Impfen mit Ende der Pflichtschulzeit erledigt ist, der irrt. Die aktuelle Datenlage zeigt klar, dass wir auch als Erwachsene und ganz besonders im fortgeschrittenen Alter regelmäßige Auffrischungen benötigen.

hier weiterlesen


Österreich isst und kauft zu süß

Überhöhter Zuckerkonsum führt zu Übergewicht, Diabetes und Fettleber. Der aktuelle Diskurs über die Reduktion von Zucker in Lebensmitteln und Getränken wird von der ÖDG sehr positiv gesehen, denn es gibt viel zu viele und bereits sehr junge Menschen, die gefährdet sind – besonders Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status. Leistbare, zuckerreduzierte Lebensmittel müssen für die gesamte Bevölkerung leicht zugänglich sein. Aufklärung und die Unterstützung gesünderer Alternativen sind ein Auftrag für die gesamte Gesellschaft.

hier weiterlesen


Welt-Krebs-Tag - Neue WHO-Richtlinien

Jedes Jahr sterben weltweit 8,8 Millionen Menschen an Krebs. Um die Überlebenschancen zu verbessern, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Weltkrebstag (4. Februar) neue Richtlinien herausgegeben.

hier weiterlesen