Die große Zika-Verunsicherung

Zika ist nicht Ebola", betont die Weltgesundheitsorganisation. Aber: Experten vermuten, dass die explosionsartige Ausbreitung des Virus in Lateinamerika für Fehlbildungen bei vielen Babys verantwortlich ist. Was wissen die Forscher über den mysteriösen Erreger?

Brasiliens Militär hat der heimtückischen Mücke namens Aedes aegypti den Krieg erklärt, 220.000 Soldaten sollen ihr im ganzen Land den Garaus machen. Das Zika-Virus hat sich dramatisch verbreitet - und könnte auch die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro überschatten.    
 

Wie viele Fälle gibt es bisher?    

Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, spricht von einer explosionsartigen Ausbreitung. Möglicherweise gibt es nach Angaben der WHO allein in Brasilien schon 1,5 Millionen Zika-Fälle. Die Dunkelziffer ist sehr hoch, weil nur rund 20 Prozent eine Infektion überhaupt bemerken und die Diagnosemöglichkeiten in dem Land gerade in ländlichen Regionen unterentwickelt sind. Zudem ähnelt das Virus dem Dengue-Erreger, der von der gleichen Moskitoart übertragen wird. In ganz Amerika kann es laut WHO ohne rasche Gegenmaßnahmen zu drei bis vier Millionen Ansteckungen kommen. Mehr als 20 Länder des Doppelkontinents sind bisher betroffen.    

 

Droht eine Zika-Ausbreitung auch in Österreich?    

Das Zika-Virus ist zwar offenbar auch in Österreich diagnostiziert worden, nachdem sich eine heimische Touristin bei einer Reise nach Brasilien infiziert haben soll. Jedoch geht der Tropenmediziner Herwig Kollaritsch davon aus, dass hierzulande keine Epidemie zu befürchten sei: "Erstens ist es zu kalt", betonte Kollaritsch. Außerdem gebe es hierzulande "keine kompetenten Überträger". Wichtig sei das Auftreten des Virus allenfalls bei der Diagnostik.    

 

Was ist der beste Schutz?    

Relativ sicher ist man ab einer Höhe von 2.200 Metern, darüber kommt die Moskitoart Aedes aegypti in der Regel nicht vor. Schwangere sollten bei den an sich harmlosen Symptomen wie leichtes Fieber, Hautrötungen und Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen. Für Touristen gilt: lange Kleidung, mit Moskito-Spray einsprühen und in Hotels die Fenster geschlossen halten. Aber: Die Moskitoart ist tagaktiv, was den Zika-Kampf so schwierig macht. Wie hilflos einzelne Regierungen sind, zeigt der Rat, Frauen sollten Schwangerschaften lieber erstmal verschieben - in El Salvador wird sogar geraten, bis 2018 zu warten.

  • Datum 29.01.2016
  • Autor APAMED vom 29.01.2016 Rubrik: World Wide Health

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